Kredit-Vermittlung 15.04.2019, 14:21 Uhr

Beschwerden über Geschäftspolitik von Vergleichsportalen

Verbraucherschützer beschweren sich über die Geschäftspolitik von Vergleichsportalen und ihrer Partner bei der Kredit-Vermittlung. Kritisiert werden unter anderem Marketing-Massnahmen, die vor allem sensible und lukrative Kundendaten einbringen sollen.
Einige Online-Portale locken mit Darlehen, bei denen man weniger Geld zurückzahlen muss, als man aufnimmt.
(Quelle: shutterstock.com/Singkham)
Die Geschäftspolitik von Vergleichsportalen und ihrer Partner bei der Kredit-Vermittlung sorgt für Beschwerden bei Verbraucherschützern. Einige Online-Portale locken mit Darlehen, bei denen man weniger Geld zurückzahlen muss, als man aufnimmt. Geworben wird mit Minuszinsen von mittlerweile bis zu 20 Prozent.
Aus Sicht von Verbraucherschützern handelt es sich dabei in erster Linie aber um Marketing-Massnahmen, die vor allem sensible und lukrative Kundendaten einbringen sollen.
"Solche Daten sind Gold wert - und deshalb ein ziemlich hoher Preis für den Verbraucher, sei das Minuszins-Angebot noch so verlockend", argumentiert Kerstin Schultz, Finanzmarktwächterin bei der Verbraucherzentrale Sachsen.

Unaufgefordert Alternativ-Kreditangebote erhalten

Den Angaben zufolge beschwerten sich Verbraucher, dass sie nach der Eingabe persönlicher Daten massenhaft unaufgeforderte Alternativ-Kreditangebote erhalten hätten. Die Daten werden nicht nur an den Anbieter des Minuszins-Kredits weitergeleitet, sondern auch an andere Banken und weitere Kreditvermittler, die mit den Portalen zusammenarbeiten, wie die Marktwächter erläuterten.
Die potenziellen Kunden hatten nach Eingabe der Kontaktdaten den Angaben zufolge eine Einwilligungserklärung zur Nutzung ihrer Daten abgegeben. Diese gelte auch, wenn der Prozess abgebrochen werde. "Dies scheint vielen Verbrauchern aber nicht bewusst zu sein", sagte Schultz. Generell gilt: Die Konditionen für ein Darlehen hängen von der persönlichen Kreditwürdigkeit des Verbrauchers ab.
Mehrere Interessenten beantragten die Löschung ihrer Daten und entzogen ausdrücklich die Werbeerlaubnis. Sie bekamen dafür eine Bestätigung. Dennoch erhielten sie den Angaben zufolge weiterhin Angebote per E-Mail und SMS.


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