Samsung präsentiert seine neuen Galaxy-S26-Handys
Meinung: Schöne neue Welt der Bevormundung
Samsung bittet mit ihrer neuen Galaxy-S26-Serie zur grossen KI-Show in Zürich und das im grossen Abaton-Saal in Zürich. Der Rahmen passt. Doch wer hinter die Kulissen blickt, erkennt schnell ein bekanntes Muster: Es ist oft «alter Wein in neuen Schläuchen». Während das Gehäuse dünner und der Prozessor schneller wird, bleibt die echte Revolution aus. Die Ausnahme bildet das neue Privacy Display des Ultra-Modells. Dieser physische Sichtschutz ist eine Innovation, die Privatsphäre im öffentlichen Raum greifbar macht. Doch, Hand aufs Herz, abseits dieses Hardware-Lichtblicks wirkt vieles wie ein Aufguss bekannter Ideen.
Abkürzung oder Sicherheitsrisiko?
Das grosse Versprechen lautet «schneller zum Ziel». KI-Agenten wie Gemini oder Perplexity sollen uns das Denken und Klicken abnehmen. Sie buchen Taxis, sortieren Fotos und verwalten Termine. Doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis. Wenn KI-Agenten proaktiv auf Kreditkarten und sensible Daten zugreifen, öffnet das Tür und Tor für Manipulationen. Erschleicht sich ein Cyber-Gauner Zugang zum Gerät, wird die KI zum Komplizen, der das Konto effizienter leert, als es jeder menschliche Hacker könnte. Die einzige Schutzmauer bleibt das Knox-System – doch reicht ein digitaler Wall aus, wenn wir die Kontrolle über die Prozesse bereits freiwillig abgegeben haben? Der schleichende Kontrollverlust ist dann nämlich der blinde Passagier dieser Entwicklung.
«Die KI frisst ihre Kinder»
Besonders brisant wird es bei der Software-Strategie. Samsung integriert mit Gemini und Perplexity mächtige externe Partner so tief ins System, dass die selbst entwickelten Tools zumindest Gefahr laufen, im eigenen Haus, schneller als gedacht, bedeutungslos zu werden: Die KI frisst ihre eigenen Kinder. Warum sollte ein Nutzer noch auf klassische Samsung-Funktionen oder ein mühsam modernisierte Bixby setzen, wenn spezialisierte Agenten wie Perplexity jede Recherche schneller und präziser erledigen? Samsung liefert die Plattform, verliert aber die Hoheit über das Nutzererlebnis an Google und Co..
Akku-Spassbremse
Besonders ernüchternd bleibt der Blick auf die Ausdauer. Während Samsung seine Akkus und Ladegeschwindigkeiten nur in homöopathischen Dosen verbessert, zeigt die chinesische Konkurrenz, was möglich ist. Hersteller wie Xiaomi oder Honor (Huawei) verbauen längst Silizium-Kohlenstoff-Akkus mit deutlich höheren Kapazitäten bei gleicher Baugrösse und Ladegeschwindigkeiten von über 100 Watt. Samsung liefert hier lediglich Standardkost, die im direkten Vergleich mit den asiatischen Langläufern blass aussieht. Wer den ganzen Tag KI-Prozesse im Hintergrund laufen lässt, braucht Energie – und genau hier könnte das S26 ganz schnell schwächeln. Tests werden folgen!
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Samsung uns eine Welt verspricht, in der Technologie leise im Hintergrund für uns arbeitet. Doch diese neue Welt ist eben oft nur ein neuer Aufguss auf Bekanntes, der mit viel KI-Zucker versüsst wurde. Wir gewinnen Sekunden bei der Terminplanung, verlieren aber womöglich die Hoheit über unser Tun. Das Privacy Display schützt uns zwar vor den Blicken des Sitznachbarn im Tram, doch vor der Manipulation durch die eigene Technik schützt es nicht. Die KI-Show mag glänzen, doch der Nutzer sollte genau prüfen, ob er für ein wenig mehr Bequemlichkeit wirklich das Steuer aus der Hand geben will.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Samsung uns eine Welt verspricht, in der Technologie leise im Hintergrund für uns arbeitet. Doch diese neue Welt ist eben oft nur ein neuer Aufguss auf Bekanntes, der mit viel KI-Zucker versüsst wurde. Wir gewinnen Sekunden bei der Terminplanung, verlieren aber womöglich die Hoheit über unser Tun. Das Privacy Display schützt uns zwar vor den Blicken des Sitznachbarn im Tram, doch vor der Manipulation durch die eigene Technik schützt es nicht. Die KI-Show mag glänzen, doch der Nutzer sollte genau prüfen, ob er für ein wenig mehr Bequemlichkeit wirklich das Steuer aus der Hand geben will.