Bloss keine Dateireste 19.06.2018, 17:11 Uhr

Mit Software oder Hammer: Daten sicher löschen

Wer seinen Computer oder Mobilgeräte weitergeben, verkaufen oder entsorgen möchte, sollte die Daten darauf vorher sicher löschen. Aber Vorsicht: Ein Verschieben der Daten in den digitalen Papierkorb oder das Formatieren der Datenträger reicht nicht aus.
Gewusst wie: Um Daten auf rotierenden Magnetscheiben einer klassischen Festplatte oder auf Chips von SSD-Speichern sicher zu löschen, sind unterschiedliche Strategien notwendig.
(Quelle: Jens Schierenbeck )
Sensible Daten wie Fotos, Dokumente, Passwörter oder Nutzungsdaten gehen niemanden etwas an ausser dem Besitzer. Wer sich endgültig von einem Rechner, Smartphone oder Tablet trennt, muss seine Daten mit aller Sorgfalt löschen - nachdem er sie zuvor gesichert hat.

Um auf einem Computer die Daten sicher zu löschen, reicht es nicht aus, sie einfach in den Papierkorb zu schieben. Wer das schon einmal gemacht hat, weiss: Zwei Klicks, und die gelöschte Datei ist wiederhergestellt. Doch auch den Papierkorb zu leeren, ist nicht genug, erklärt Viktor Schröder von der Gesellschaft für Informatik (GI): «Die Dateien sind nach dem Leeren des Papierkorbs nicht tatsächlich von der Festplatte gelöscht. Es wird im Grunde nur der Speicherplatz freigegeben, und die Dateien sind für den Benutzer nicht mehr sichtbar.»

Solange der freigegebene Speicherplatz nicht überschrieben wurde, können die vermeintlich gelöschten Daten mit spezieller Software wiederhergestellt werden. Ähnlich ist das beim Formatieren einer Festplatte: Dabei wird quasi das Inhaltsverzeichnis des Dateisystems gelöscht - die Daten an sich sind aber bis zum Überschreiben noch vorhanden und können rekonstruiert werden.

Bei einer konventionellen Festplatte (HDD) handelt es sich um einen Magnetspeicher, bei dem die Daten auf rotierende Scheiben geschrieben werden. Diese lassen sich mit Hilfe von Programmen leicht überschreiben, sagt Lutz Labs vom «c't»-Fachmagazin. Erst wenn die alten mit neuen Daten überschrieben wurden, sind die Informationen sicher gelöscht.

Halbleiterbasierte Speicher (SSDs) funktionieren anders. Hier bleiben beim einfachen Überschreiben möglicherweise Datenreste in einem vom Nutzer nicht erreichbaren Bereich. Bei SSDs sollten Nutzer daher den Befehl «Secure Erase» anwenden. Dieser versetzt die Speicherblöcke der SSD wieder in den Werkszustand, und eine Wiederherstellung der Daten ist nicht mehr möglich. «Das kann aber manchmal ganz schön kompliziert sein», erklärt Lutz Labs. Einfacher, aber nicht so sicher ist es, die Daten zu löschen und anschliessend die SSD komplett zu überschreiben. Die Datenreste liessen sich dann nur noch durch das Auslöten der Speicherchips und mühsame Handarbeit rekonstruieren.




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