Im Test: Kingdom Come: Deliverance

Die liebe Technik und Fazit

Die liebe Technik

Warhorse versorgt «Kingdom Come: Deliverance» bereits zum Start mit zwei insgesamt 30 Gigabyte starken Patches. Diese beheben zwar gröbste Probleme wie allzu lange Ladezeiten, trotzdem ist das Spiel noch lange nicht perfekt. Weiterhin stören häufige Schwarzblenden und Ladebildschirme den Spielfluss. Immer wieder beobachtet man NPCs, die in einander laufen. Auch laden die Texturen – egal, ob auf PC oder Konsole – zu spät nach. Gelegentlich verschwinden Figuren gar komplett. Die Navigation innerhalb der offenen Spielwelt hakt und speziell bei Höhenunterschieden kapituliert die Steuerung immer wieder. In Dialogen wiederholen sich gelegentlich Zeilen und nicht immer sind die Reaktionen der Bewohner absolut nachvollziehbar.
Bei der Stadtwache von Rattay verdient sich Heinrich seine erste Sporen
Quelle: Games.ch
Gerade letzteres Problem wird in Verbindung mit dem Speichersystem zum Frustfaktor. «Kingdom Come: Deliverance» koppelt das Schnellspeichern an den so genannten Retterschnaps. Nur wer diesen im Inventar hat, darf das Spiel frei sichern. Ansonsten muss die Autosave-Funktion oder eine Übernachtung in der Herberge herhalten. Das Problem: Retterschnäpse sind gerade zu Beginn viel zu teuer. Das führt zwar dazu, dass man mit mehr Bedacht vorgeht, sorgt aber auch für Ärger wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Nicht selten schleudert einen «Kingdom Come: Deliverance» um 20 oder mehr Minuten zurück und das trübt den Spielspass gewaltig.

Fazit: Sperrig, aber spannend

«Kingdom Come: Deliverance» ist kein neues «The Witcher 3: Wild Hunt» oder «The Elder Scrolls V: Skyrim». Es ist eigentlich das exakte Gegenteil.
Entwickler Warhorse legt den Fokus auf die Quests, auf das Erlernen der Regeln der gigantischen Spielwelt und auf die Adventure-Elemente des Rollenspiels. Kämpfe sind der letzte Ausweg, Looten nur eine Randnotiz. Stattdessen lassen sich Spieler in das Mittelalter-Szenario fallen, und in seinen besten Momenten liefert das Abenteuer tolle Momente. Allerdings erkauft sich Warhorse diese auch mit einigen Kompromissen. Das Speichersystem macht es Einsteigern unnötig schwer, die Kämpfe wirken sperrig und dazu erschweren viele kleine Programmfehler noch den frustfreien Spielfortschritt. «Kingdom Come: Deliverance» geht einen gänzlich anderen Weg als viele Rollenspiele zuvor, gerät aufgrund der eigenen Ansprüche aber auch immer wieder ins Straucheln.
Positiv: interessante Spielwelt, stets mehrere Lösungswege, extrem vielschichtig, grosser Umfang
Negativ: unnötig schwieriges Speichersystem, viele kleine Fehler, unhandliche Kämpfe
Details: authentisches Rollenspiel mit starkem Quest-Fokus.
Strassenpreis: Fr. 52.90 (PC), Fr. 59.90 (Konsole)
Info: store.steampowered.com/app/379430/Kingdom_Come_Deliverance/



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