«Nova Werke passt Prozesse an das ERP an»

Herausforderung durch Wachstum

CW: Gab es Hürden in dem Projekt?
Schade: Ja. IFS hatte von Anfang an kommuniziert, dass das Know-how für die im ERP abgebildeten Prozesse innerhalb des Betriebes aufgebaut werden muss. Sie haben das System aufgesetzt und in der Einführungsphase prozessspezifische Einstellungen sowie die notwendigen Schnittstellen konfiguriert. Anschliessend war es an uns, die Dokumentation zu erstellen und die Expertise für die Software zu entwickeln. Da wir früher immer mit externen Consultants gearbeitet haben, war das eine grosse Umstellung für uns.
Jedoch haben wir die Hürde gut gemeistert – bis auf ein Thema: Während der Einführung im Bereich Finanzen hatten wir den Aufwand zur Systemkonfiguration und -testing völlig unterschätzt. Wir sind davon ausgegangen, dass wir ein abschluss- und revisionsfähiges ERP-System einkaufen, das einfach funktioniert. Dem war aber nicht so. Aufgrund der vollkommen integrierten IFS-Lösung werden zum Beispiel Buchungen in der Werkstatt sofort in die Buchhaltung übertragen. Hier gab es einige Herausforderungen, denen wir während der Implementierung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatten.
CW: Welche Unterstützung hätten Sie sich gewünscht?
Schade: IFS ist nach meinem Empfinden in den vergangenen Jahren sehr stark gewachsen in der Schweiz. Dadurch kam es zweitweise zu Engpässen bei den für uns verfügbaren Ressourcen. Letztendlich haben die Anbindung von Schnittstellen oder die Integration von Drittsystemen mehr Zeit beansprucht als vereinbart.
Allenfalls nachteilig war noch, dass wir diese Projekte ohne einen Implementierungspartner umgesetzt haben. IFS' Philosophie war früher: Wir leisten alle Arbeit selbst. So haben wir dann auch direkt mit dem Hersteller zusammengearbeitet.
Vor circa drei Jahren hat sich IFS von der bisherigen Philosophie verabschiedet. Heute besteht die Möglichkeit der Implementierung mit IFS-Partnern. Als Kunde der frühen Stunde sind wir weiterhin in direktem Kontakt, denn wir wollen die Experten von IFS am Tisch haben.
CW: Sie erwähnten den Wechsel auf Version 10. Welche Gründe haben Sie?
Schade: Wir haben in den letzten Jahren den Vertrieb stark ausgebaut. Allerdings besitzen wir noch kein ausgereiftes CRM-System. Die Evaluation einer eigenständigen Lösung haben wir irgendwann abgebrochen, da wir mit IFS 8 ja ein CRM mit im Paket haben. Allerdings erfüllt die heutige Version nicht unsere Anforderungen. Die Version 10 aber sehr wohl.
Ein anderer Treiber für das Update ist die Digitalisierung: Bei der Anbindung von Lieferanten wollen wir einige Schritte weiter gehen, beispielsweise in der Transparenz der Prozesse und dem Verzicht auf Papierdokumente. Das wird mit IFS 10 und den Möglichkeiten von «Aurena» sehr viel einfacher.
Zur Firma
Nova Werke
wurden 1921 in Zürich gegründet. In einer Werkstatt schliffen die Mitarbeiter Kurbelwellen und Zylinder. 1970 zog die Nova Werke nach Effretikon um. Zeitgleich diversifizierte das Unternehmen: Das Geschäftsfeld «Hochdrucktechnik» wurde erschlossen. Flankierend entwickelten sich die Sparten «Dieselkomponenten» und «Oberflächentechnik». Die Dienstleistungen und Verfahren der drei Produktlinien sind unter dem Markennamen «Nova Swiss» registriert. 1979 wurden Tochtergesellschaften in Frankreich und Deutschland gegründet, 2018 folgten die Nova Werke China in Hong Kong. Das Unternehmen beschäftigt über 130 Mitarbeiter.




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