Mobilfunk- und Festnetzkonzern 09.12.2019, 16:34 Uhr

Datenschutzverstösse: Millionen-Geldbusse gegen 1&1

Die 1&1 Telecom GmbH, Tochter des Mobilfunk- und Festnetzkonzerns 1&1 Drillisch, muss wegen Datenschutzverstössen fast zehn Millionen Euro zahlen. Man will gegen den Bussgeldbescheid klagen - dieser sei "absolut unverhältnismässig".
1&1 Drillisch soll fast zehn Millionen Euro für Datenschutzverstösse zahlen.
(Quelle: Thomas Frey/dpa)
Wegen Datenschutzverstössen bittet eine Bundesbehörde den Mobilfunk- und Festnetzkonzern 1&1 Drillisch kräftig zur Kasse.
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Ulrich Kelber (SPD), verhängte gegen die zum Konzern gehörende Firma 1&1 Telecom GmbH eine Geldbusse von rund 9,6 Millionen Euro, wie die Behörde in Bonn mitteilte.
Aus ihrer Sicht hatte sich die Firma in ihrer Arbeitsstruktur nicht ausreichend geschützt, um Dritten den Zugriff auf persönliche Kundendaten zu verwehren - diesen systematischen Verstoss belegte die Behörde mit der Geldbusse. In einem Fall rief eine Frau 2018 bei der Hotline an und bekam die Handynummer ihres Ex-Mannes heraus, den sie gestalkt hatte - nur indem sie dessen Namen und Geburtsdatum nannte.

"Absolut unverhältnismässig"

Datenschutz sei Grundrechtsschutz, sagte Kelber. Die Geldbusse sei "ein klares Zeichen, dass wir diesen Grundrechtsschutz durchsetzen werden". Er verwies darauf, dass die Geldbusse höher hätte ausfallen können, die Firma habe sich aber einsichtig gezeigt und ihre Arbeitsweise in einem ersten Schritt verbessert. In einem zweiten Schritt ist ein neues Authentifizierungsverfahren in Arbeit.
Die 1&1 Telecom GmbH will gegen den Bussgeldbescheid klagen - dieser sei "absolut unverhältnismässig", monierte die Datenschutzbeauftragte von 1&1, Julia Zirfas. Aus Sicht von 1&1 ist das Bussgeldschwert auf der Grundlage der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu scharf - es könnten "kleinste Abweichungen riesige Geldbussen zur Folgen haben", sagte Zirfas.


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