Cloud AI 100 13.04.2019, 13:53 Uhr

Qualcomm kündigt KI-Lösung für Rechenzentren an

Qualcomm hat mit dem Cloud AI 100 einen KI-Beschleuniger für Rechenzentren vorgestellt. Die Lösung soll mit hoher Effizienz und damit auch niedrigen Betriebskosten punkten.
(Quelle: Qualcomm)
Der vor allem für seine Snapdragon-Chipsets bekannte Hersteller Qualcomm präsentiert mit dem Cloud AI 100 nun erstmals einen KI-Beschleuniger für Rechenzentren. Die Lösung im Steckkartenformat ist in erster Linie für Inference Processing vorgesehen - dem Ausführen bereits fertig trainierter neuronaler Modelle. In der Praxis soll der im 7-Nanometer-Verfahren produzierte KI-Beschleuniger vor allem mit einer hohen Effizienz überzeugen. Ab dem zweiten Halbjahr 2019 will Qualcomm mit der Auslieferung der Lösung beginnen.
Was die technische Ausstattung des Cloud AI 100 betrifft, hält sich der Hersteller derzeit noch bedeckt. Bei der Vorstellung gibt Qualcomm lediglich an, dass der Beschleuniger heruntergebrochen auf die Wattzahl eine um das Zehnfache höhere Leistung biete als vergleichbare Konkurrenzprodukte. Im direkten Vergleich zum hauseigenen Snapdragon 820 soll die von Grund auf neu entwickelte KI-Steckkarte mehr als die fünfzigfache Leistung bieten.
In Sachen Plattform-Support bietet der Cloud AI 100 Unterstützung für komplette Software-Stacks, die mitunter PyTorch, Glow, TensorFlow, Keras und ONNX umfassen.

Neuland KI im Rechenzentrum

Bislang beschränkte sich Qualcomms Expertise im KI-Bereich auf seine mobilen Chipsets für Smartphones und Tablets sowie deren Ableger für den Automotive- und IoT-Bereich. In diesen Segmenten ist neben der reinen Leistung auch die Energieeffizenz eine wichtige Kenngrösse. Die sparsame ARM-Prozessoren der US-Amerikaner können hier ihre Stärken ausspielen.
Für Rechenzentren hat Qualcomm bisher nur seine Centriq-CPU für Serveranlagen im Programm. Gegenüber den Xeon-Prozessoren von Intel und AMDs ambitionierter Epyc-Reihe konnten die ARM-Chips am Markt bisher keinen Stich landen. Ob sich nun im KI-Bereich das Blatt wendet, wird sich weisen.


Das könnte Sie auch interessieren