IBM bringt KI Watson in alle Clouds

IBMs Pläne mit Red Hat

Genau wie für KI gibt es hierzulande auch diverse rechtliche und regulatorische Hürden für das Outsourcing von IT-Ressourcen in die (Public) Cloud. Diese Vorbehalte gelten selbstverständlich auch für den Rest der Welt. Nach Romettys Worten befinden sich heute rund 20 Prozent der Unternehmens-Workloads in der Cloud. Die IBM-Chefin sah an der «Think» voraus, dass sich die Kunden je länger, je mehr umorientieren. Die Unternehmen würden in Zukunft auch bei den geschäftskritischen Anwendungen vermehrt auf Hybride Clouds wechseln. Rometty erwartet eine Verteilung von 40 Prozent Cloud-Lösungen und 60 Prozent On-Premises. In regulierten Branchen werde ist das Verhältnis umgekehrt sein.
Geht es nach den Marktforschern von Gartner, ist die Prognose der IBM-Chefin aktuell noch sehr optimistisch. Die Analysten erwarten in diesem Jahr einen weltweiten Umsatz mit Public Clouds von 233 Milliarden US-Dollar. In zwei Jahren sollen es «lediglich» 314 Milliarden sein. Zum Vergleich: 2019 werden Unternehmen global rund 3,8 Billionen US-Dollar für Informatik ausgeben, haben die Marktforscher berechnet. Damit sind die Umsätze mit Public Clouds noch immer ein sehr kleiner Anteil (rund 6,2 Prozent).
Red Hats Jim Whitehust im Gespräch mit IBM-Chefin Ginni Rometty
(Quelle: computerworld.ch)
Einen wichtigen Baustein in den Cloud-Plänen von IBM spielen die Technologien des Milliarden-Zukaufs Red Hat. Big Blue hatte im Oktober vergangenen Jahres angekündigt, den Open-Source-Konzern für rund 34 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Noch laufen die Verhandlungen mit der US-Wettbewerbsaufsicht über den Deal. So konnte CEO Jim Whitehurst noch als Angestellter von Red Hat die «Think»-Bühne betreten.
Im Gespräch mit Rometty betonte Whitehurst die grosse Bedeutung von Open-Source-Technologie für heutige und zukünftige Cloud-Szenarien. Mit quelloffenen Lösungen könne ein Vendor Lock-in vermieden werden. So blieben Anwendungen portabel, selbst wenn sie vorläufig bei zum Beispiel Amazon oder IBM betrieben werden. Red Hat habe mit zum Beispiel OpenShift eine Lösung im Portfolio, für die Firmenkunden auch Enterprise Support beziehen könnten.
Im Zusammenschluss mit IBM sah Whitehurst die Chance, mit dem bis anhin vornehmlich auf Infrastruktur-Lösungen fokussierten Geschäft künftig auch ins Business vorstossen zu können. «IBM hat eine grosse Expertise bei der Integration von Enterprise-Systemen und besitzt viel Branchenexpertise», sagte er. In beiden Bereichen könne Red Hat mit seinen Lösungen noch weiteres Geschäft generieren. Dann könnte IBMs Cloud-Rechnung doch noch aufgehen.



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