Personalisierte Werbung 20.10.2021, 09:22 Uhr

Apple: Deutliche Umsatzsteigerung dank Tracking-Abfrage

Das Geschrei war gross in der Marketing-Branche, als Apple ankündigte, dass die Nutzer nur noch dann getrackt werden dürfen, wenn sie zuvor zugestimmt haben. Jetzt zeigt sich, dass sich die App Tracking Transparency vor allem für Apple selbst auszahlt.
(Quelle: Shutterstock / Art Silpakorn)
Seit dem Frühjahr 2021 setzt Apple auf die so genannte App Tracking Transparency (ATT). Bei jeder App eines Drittanbieters - zum Beispiel von Facebook - wird der Nutzer vor der ersten Benutzung gefragt, ob er einem User Tracking zustimmt oder nicht. Direkte negative Folgen hat eine Ablehnung für den Nutzer zunächst nicht, weshalb bislang die Mehrheit dieser Anfragen mit "nein" beantwortet wurden.
ATT wurde von Apple als Zeichen des Respekts der Privatsphäre der Nutzer verkauft. Doch jetzt legen Medienberichte die Vermutung nahe, dass zu den Nutzniessern von ATT vor allem Apple selbst gehört.
Nach einem Bericht der "Financial Times" konnte Apple in den vergangenen sechs Monaten den eigenen Anteil an Sponsored Ads im App Store von 17 auf 58 Prozent steigern. Das Wirtschaftsblatt beruft sich dabei auf einen Analysten.

Widerstand von den Wettbewerbern

Nachdem Apple ATT ausgerollt hatte, regte sich bei den Wettbewerbern Widerstand. Sie störten sich vor allem an der Tatsache, dass die Nutzer nur bei Apps, die nicht von Apple stammen, um ihre Zustimmung gebeten werden. Deshalb führe Apple auch bei eigenen Angeboten ein Pop-up zur Tracking-Zusimmung ein, das aber anders formuliert ist und die Zustimmung zum Tracking positiver darstellt. Den Nutzern wird relevantere Werbung versprochen.
Der Uplift im Apple-Werbegeschäft dürfte dennoch beträchtlich sein. Denn viele Anzeigenkunden, so vermutet "Mashable"-Redakteurin Rachel Kraus, würden Gelder von Google und Facebook abziehen, da diese Apple-Nutzer nicht mehr erreichen könnten.
Allerdings erinnert Kraus auch daran, dass Apple die Aufregung um ATT durchaus ungelegen kommen könnte: Der Konzern aus Cupertino ist in den USA immer noch das Ziel von Ermittlungen wegen Missbrauchs der eigenen Marktmacht.



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