IT-Projekt 21.04.2020, 11:30 Uhr

Globus setzt auf die Google Cloud

Globus erneuert seine Infrastruktur mit Cloud-Technologie. So will der Premium-Händler Geschäftsentscheide schneller treffen, interne Prozesse optimieren und die Bedürfnisse der Kunden in Echtzeit erfüllen.
Das Globus-Warenhaus am Zürcher Löwenplatz ist neu auch an die Google Cloud angeschlossen
(Quelle: Magazine zum Globus)
Die Magazine zum Globus ist ein Schweizer Premium-Detailhandelsunternehmen mit zwölf Warenhäusern in den wichtigsten Städten des Landes. In den 128 Jahren seines Bestehens hat es Globus immer verstanden, die Gunst seiner Kunden zu gewinnen mit hochwertigen Waren und einem Einkaufserlebnis, das die hohe Qualität der Produkte widerspiegelt. Doch der Wettbewerb schläft nicht: Mehr als 86 Prozent der Schweizer Bevölkerung kaufen online und fast 40 Prozent regelmässig in den Nachbarländern ein.
Um die sich wandelnden Bedürfnisse sowie Erwartungen der Kunden besser zu verstehen und sie erfüllen zu können, setzt Globus neu auf die Cloud-Technologie. «Wir analysieren das Verhalten unserer Kunden, wenn sie in un­seren Geschäften stöbern, mit unseren Anzeigen interagieren oder an unserem Treueprogramm teilnehmen», sagt Jonas Bandick, Leiter Customer Analytics and Reporting bei Globus. «Unsere Beobachtungen generieren Daten, die wir dazu nutzen, Angebote, Dienstleistungen und Kommunikation an die Bedürfnisse, Vorlieben und Wünsche unserer Kunden anzupassen.» 

Kundenwünsche in Echtzeit erkennen 

Um die Kundenerlebnisse weiter zu verbessern, realisierten die Verantwortlichen von Globus, dass das Unternehmen in der Lage sein musste, schneller Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen. «Wir waren ein Teil einer lokalen Infrastruktur mit gemeinsam genutzten Diensten», berichtet Bandick. «Unsere Herausforderung bestand darin zu entscheiden, ob wir diese Dienste in Zukunft besser selbst betreiben können, auch um sie stärker auf die Globus-spezifischen Prioritäten zuzuschneiden.» 
Die Antwort lautete ja. So beschloss Globus im vergangenen Jahr, sein Data Warehouse von seiner lokalen Infrastruktur in die Google Cloud zu migrieren. «Wir haben innerhalb von sechs Monaten unsere Strategie entwickelt. Anschliessend haben wir uns mit dem Google-Cloud-Team in Verbindung gesetzt», sagt Bandick. «Von diesem Zeitpunkt an eskalierten die Dinge schnell: Mit Unterstützung des Google-Teams führten wir einen Proof of Concept durch und wussten sofort, dass wir mit der Google Cloud skalierbare Anwendungen erstellen und schneller Erkenntnisse aus den Daten gewinnen konnten.» 

Aus Stunden werden Sekunden 

Da neu eine Vielzahl zusätzlicher Dienste in der Google Cloud verfügbar waren, begannen die Verantwortlichen bei Globus mit der Priorisierung der zu implementierenden Lösungen. Zunächst wurde geprüft, wie die geschäftlichen Herausforderungen mit direkter Auswirkung auf die Kunden angegangen werden können. Eine Herausforderung bestand darin, auf die im Geschäft generierten Daten in Echtzeit zuzugreifen und sie zu analysieren, um operative Abläufe zu optimieren. «Wir verfügen über 300 Sensoren in unseren Geschäften, welche die Anzahl Besucher zählen», berichtet Bandick. Um auf diese Informationen über die bisherige Infrastruktur zuzugreifen, musste das Datenteam sie aus dem alten Netzwerk an einen externen Service­anbieter streamen, der die Sensordaten verarbeiten konnte. Sie wurden anschliessend einmal täglich an das Business Warehouse von Globus übertragen. So wurde die adäquate Anzahl Mitarbeiter auf der Verkaufsfläche anhand des Berichts vom Vortag geplant. 
«Durch die Migration auf Google Cloud konnten wir einen 24-Stunden-Prozess auf Sekunden reduzieren. Wir laden die Daten aus unseren Geschäften direkt in unser Data Warehouse auf BigQuery, analysieren sie umgehend und verteilen die Informationen sofort wieder in die Geschäftsbereiche. So können wir den Personaleinsatz jetzt anhand von Echtzeitdaten anstatt den Informationen von gestern planen», sagt der Leiter Customer Analytics and Reporting. 
Zur weiteren Optimierung der Betriebsabläufe nutzt Globus Googles Cloud-Dienste wie «Pub/Sub» als Message Broker, den «Cloud Scheduler» zum Initiieren des Datenexports aus den Globus-Stores zu BigQuery und «Dataflow» zur Verarbeitung der Daten in Echtzeit. 



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