Hellmann & Friedman und Blackstone 14.05.2019, 11:01 Uhr

Übernahme von Scout24 durch Finanzinvestoren scheitert

Die von Finanzinvestoren geplante Übernahme von Scout24 ist geplatzt. Dabei konnte der Marktplatz-Betreiber im ersten Quartal 2019 seinen Umsatz deutlich steigern und sogar die Erwartungen der Analysten übertreffen.
(Quelle: Scout24 )
Die von Finanzinvestoren geplante Übernahme des Online-Marktplatz-Betreibers Scout24 ist geplatzt. Die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie wurde nicht erreicht, wie die von den Private-Equity-Häusern Hellmann & Friedman und Blackstone beauftragte Gesellschaft Pulver BidCo in München mitteilte.
Zu Ablauf der Annahmefrist des Angebots am 9. Mai entsprach die Summe nur rund 42,8 Prozent aller Scout24 Aktien. Damit wurde die Schwelle verfehlt.
Der Aktienkurs des im MDax notierten Unternehmens brach am Dienstag nach der Bekanntgabe des gescheiterten Übernahmeversuchs zeitweise um mehr als sieben Prozent ein. Zuvor hatte sich das Papier seit der Bekanntgabe des Angebots im Februar in der Nähe des Gebotspreises gehalten, der Mitte Februar auf 46 Euro pro Aktie nachgebessert wurde.
Scout24 betreibt mehrere Internetportale, darunter AutoScout24 und ImmobilienScout24. Der Finanzinvestor Hellman & Friedman hatten das Unternehmen selbst erst vor drei Jahren an die Börse gebracht.

Quartalszahlen

Dabei sah es bei den Geschäftszahlen im ersten Quartal sehr gut aus: Scout24 hatte seinen Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich gesteigert. Die Erlöse zogen um ein Fünftel auf 148,8 Millionen Euro an. Damit wurden die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen.
Zu dem starken Umsatzwachstum im ersten Quartal trug massgeblich die Online-Plattform AutoScout24 bei, wo Verkäufer und Kunden für Neu- und Gebrauchtwagen, Motorräder und Nutzfahrzeuge zusammenfinden. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 11,3 Prozent auf 70,9 Millionen Euro.
Die Ebitda-Marge lag bei 47,7 Prozent und somit etwas höher als im Vorjahresquartal (47,5 Prozent). Unter dem Strich ging das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis um rund 14 Prozent auf 26,1 Millionen Euro zurück. Das Unternehmen begründete dies mit höheren Personalkosten sowie Kosten aus Zu- und Verkäufen. Zuletzt kauften die Münchner das Finanzportal Finanzcheck.de.
Finanzchef Christian Gisy bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll 2019 um 15 bis 17 Prozent zulegen. Aufgrund weiterer Investitionen in das Wachstum von Finanzcheck.de rechnet der Vorstand mit einer operativen Marge (Ebitda) zwischen 52,0 und 54,0 Prozent.


Das könnte Sie auch interessieren