Breitbild-Smartphone 30.12.2019, 09:22 Uhr

Das Sony Xperia 5 im Test

Sony setzt beim Xperia 5 auf das ­breite 21:9-Bildschirmformat. ­Der Test zeigt, ob das reicht, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
(Quelle: Sony)
Klasse statt Masse – das sollte das neue Motto bei den Smartphones von Sony sein, nachdem der Konzern seine verlustbringende Mobile-Sparte in dem Gesamtkonzern hatte aufgehen lassen. Mit neuen Modellbezeichnungen und einer gestrafften Palette sollte das nach aussen dokumentiert werden. Neben dem Flaggschiff Xperia 1 und den beiden Mittelklasse­modellen der 10er-Serie soll nun das 5 die Lücke in der Oberklasse schliessen. Mit 799 Euro ist es preislich entsprechend angesiedelt. Wir haben getestet, ob mit dem Smartphone tatsächlich ein neuer Wind bei den Japanern weht.
Dass sich Sony wieder stärker von der Konkurrenz unterscheiden muss, ist klar. Ein Mittel dazu ist das breite 21:9-Display-Format, das sich besonders für Videos eignet, sonst aber nicht viel bringt. Damit wird das Gehäuse sehr lang und recht ­schmal, was das Gerät mit einer Hand gut bedienbar macht. Das Gewicht ist mit 164 Gramm im Vergleich zu vielen Konkurrenten angenehm niedrig. 
Das Xperia 5 ist in vier Farbvarianten verfügbar
Quelle: Sony
Das vor Staub und Wasser geschützte Gehäuse mit der Rückseite aus gehärtetem Glas und einem Rahmen aus Metall gibt es in Schwarz, Grau, Rot und Blau. Das schlichte Design wirkt hochwertig, hier lag schon immer eine der Stärken des Herstellers. Die Dreifachkamera sitzt nun in einer senkrechten Einheit in der linken oberen Ecke. Der schnell ansprechende Fingerabdrucksensor befindet sich wie bei früheren Sony-Modellen an der rechten Seite, ist allerdings nicht mehr mit dem Einschaltknopf kombiniert. ­Einen Klinkenstecker für das Headset gibt es nicht mehr, Sony legt aber zumindest ­einen USB-C-Adapter bei. Zudem ist der Sound über den Stereolautsprecher überdurchschnittlich gut. 

Abgespecktes Display

Mit einer Diagonale von 6,1 Zoll steht ­etwas weniger Fläche auf dem Bildschirm zur Verfügung und mit 2.520 x 1.080 Bildpunkten statt 4K auch weniger Auflösung als beim grossen Bruder Xperia 1, doch die Qualität des OLED-Displays ist beim Betrachten ähnlich hoch. Auch die Always-on-Funktion ist praktisch. Das schmale und hohe Format bedingt manchmal allerdings, wie etwa bei der Einblendung der Tastatur, wenig Platz für die Funktions­felder. Die 8-Megapixel-Frontcam ist noch traditionell in einer schmalen Leiste untergebracht, auch unterhalb des Displays gibt es noch einen Rand.
Bei der Hardware verwendet Sony wie beim Xperia 1 den Snapdragon 855 als Prozessor, der in Kombination mit 6 GB Arbeitsspeicher sehr gute Leistungen abliefert. Im Antutu-Benchmark liegt das Xperia 5 mit etwa 360.000 Punkten im oberen Bereich. Für Daten stehen an Speicher 128 GB bereit, die über einen Hybrid-Slot, der alternativ eine zweite SIM-Karte aufnimmt, erweitert werden können.
Als Betriebssystem ist noch Android 9 im Einsatz, ein Update soll aber schnell verfügbar sein. Leider befindet sich neben durchaus interessanten Apps wie Sonys Videobearbeitung auch wieder viel Überflüssiges auf dem Gerät. Bei der Bedienung bietet Sony mit „Side Sense“ noch eine Besonderheit: Über einen­ Sensorbereich am Rahmen des Smartphones können durch diverse Streich- und Druckgesten Funktionen wie das Aufrufen von Menüs definiert werden. 
Leider verzichtet Sony wieder auf drahtloses Aufladen. Zumindest liegt ein 18-Watt-Schnelllader bei, mit dem sich das Smartphone in etwas mehr als 30 Minuten zur Hälfte füllen lässt. Der Akku ist mit 3.140 mAh nicht allzu üppig bemessen, kommt aber gut über zwei Tage.
Mit seiner Dreifachkamera ist das Xperia 5 klassenüblich ausgestattet, alle drei Linsen bieten jeweils zwölf Megapixel Auflösung. Neben der Hauptkamera kommen noch ein Objektiv für den zweifachen optischen Zoom und eines für den Weitwinkel zum Einsatz. Ein nettes und inzwischen schon etwas nostalgisches Feature ist die Auslösetaste auf der rechten Seite des Gehäuses. Die Bilder sind bei Tageslicht scharf und farbecht, erreichen aber vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen, trotz der recht grossen Blendenöffnung der Hauptkamera von f/1.6, bei der Aufhellung nicht das Niveau der Konkurrenz in dieser Preisklasse.
Quelle: TH


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