DECT-Handset 23.05.2016, 09:34 Uhr

Telefonieren und mehr: Das AVM Fritzfon C5 im Test

AVM bietet mit dem Fritzfon ein DECT-Gerät, das mehr nur reine Telefonie bieten soll. Wir haben das neueste Schnurlostelefon des Fritzbox-Herstellers im Praxiseinsatz getestet.
DECT-Telefone gehören heutzutage nicht mehr unbedingt zu den grössten Margenbringern im Shop, zudem ist die Lebensdauer beim Kunden meist um ein Vielfaches höher als bei Smartphones. Und während die Nutzer beim Mobiltelefon sehr anspruchsvoll sind und gern auch mal den einen oder anderen Euro zusätzlich ausgeben, muss ein Festnetz-Telefon einfach nur funktionieren und soll so günstig wie möglich sein.
Doch auch hier gibt es gewaltige Unterschiede, und mit dem richtigen Verkaufsgeschick kann jeder Händler den Kunden vom Billig-Telefon zum teureren Modell mit mehr Features umberaten. Als Festnetz-Pionier ist auch AVM seit geraumer Zeit in diesem Bereich aktiv und bietet mit dem FritzFon C5 ein echtes Fachhandelsprodukt an, das viele erklärungsbedürftige Funktionen hat. Wir haben das neue DECT-Gerät der Berliner getestet.
Die Verarbeitung ist wie bei AVM gewohnt hochwertig, das Telefon liegt sehr gut in der Hand und macht durch die Klavierlackoptik durchaus was her. Allerdings hätten die Entwickler gut daran getan, auf diesen Designkniff zu verzichten, denn nach jeder Nutzung ist die Oberfläche mit gut sichtbaren Fingerabdrücken verschandelt. Ansonsten gibt es bei der Materialwahl nichts zu beanstanden, auch die Tasten sind aus solidem Kunststoff und haben einen ausgezeichneten Druckpunkt.

Gute Tastatur beim Fritzfon C5

Die Tastatur hat gute Druckpunkte und eine ordentliche Beleuchtung
Die Beleuchtung der Knöpfe ist im Dunkeln sehr hilfreich, auch die seitlich angebrachten Lautstärketasten konnten uns überzeugen. Auf einen Touchscreen hat AVM löblicherweise verzichtet, der Mehrwert hielte sich hier ohnehin in Grenzen. Die Auflösung der Anzeige ist mit 240 x 320 Pixel absolut ausreichend, auch die lediglich 262.000 darstellbaren Farben stören nicht, denn schliesslich benötigt man das Display nur zum Suchen im Telefonbuch und will keine Websites aufrufen – auch wenn man beispielsweise RSS-Feeds samt Bildern oder eingehende E-Mails anzeigen lassen könnte.
Clever: Hebt man das Telefon vom Tisch auf, wacht es automatisch aus dem Energiesparmodus auf, und die Anzeige schaltet sich an.
Die Software wird von AVM ständig aktualisiert, auch etwas, was man von den meisten anderen DECT-Herstellern nicht behaupten kann. Über die verbundene Fritzbox (in unserem Test eine 7490) kann man zudem die Telefonbücher von Google, GMX und anderen Diensten direkt aufs Telefon übertragen – sehr praktisch. Wer einen Anrufbeantworter nutzen will, muss aber (wie bei allen DECT-Telefonen ohne eigene Basisstation) auf den in der Fritzbox zugreifen, einen Speicher im Telefon gibt es dafür nicht.

Sprachqualität des Fritzfon C5 im Test

Die Sprachqualität war in unseren Tests ordentlich, die Vorteile von HD Voice beim Telefonieren zwischen zwei IP-basierten Anschlüssen stellte einen deutlichen Zugewinn gegenüber dem dumpfen Klang bei Gesprächen mit herkömmlichen Anschlüssen dar. Der an der Rückseite verbaute Lautsprecher fürs Freisprechen verrichtete seinen Dienst zufriedenstellend, auf Dauer wird ihn aber wohl kaum jemand nutzen, da die Stimme des Gesprächspartners der einer alten Cassettenaufnahme gleicht.
Aber dank 3,5-mm-Klinke kann man auch ein schnurgebundenes Headset anschliessen, um die Hände frei zu haben. Bluetooth wäre schön gewesen, zumal viele Nutzer bereits ein entsprechendes Headset für ihr Smartphone besitzen dürften und die Preise für ein Bluetooth-Modul heutzutage kaum noch nennenswert sind.
Die Sprechzeit von bis zu zehn Stunden konnten wir im Test nicht erreichen, selbst bei einem Testtelefonat ohne Sprachübertragung  war nach spätestens neun Stunden Schluss. Der auswechselbare 750-mAh-Akku reicht aber auf jeden Fall auch für ausgemachte Quasselstrippen.
Insgesamt hat uns das C5 gut gefallen, vor allem die Verarbeitung des Gehäuses, das schöne Display und die gut zu drückenden Tasten sowie das narrensichere Menü sind lobend zu erwähnen. Gestört haben uns nur der fehlende integrierte Anrufbeantworter, der Verzicht auf Bluetooth und der etwas blechern klingende Lautsprecher. Für 73 Franken bekommt der Kunde aber auf jeden Fall ein gutes Stück Technik, das ihn (zum Leidwesen des Herstellers) etliche Jahre begleiten dürfte.



Das könnte Sie auch interessieren