Fitnesstracker 12.09.2019, 08:40 Uhr

Im Test: Mi Smart Band 4

Was taugt der Xiaomi-Fitnesstracker zum Schnäppchenpreis? Wir haben ihn getestet.
Das Silikonarmband fühlt sich angenehm an, das Band 4 trifft optisch nur bedingt unseren Geschmack
(Quelle: cm/nmgz )
Die nächste Generation des Xiaomi-Fitnesstrackers heisst Mi Smart Band 4. Im Gegensatz zum Mi Band 3 hat der Nachfolger neu ein 0,95-Zoll-AMOLED-Farbdisplay (Online PC berichtete). Der Fitnesstracker kommt mit 512 KB RAM und 16 MB Nutzspeicher und wiegt 22 Gramm. Kompatibel ist der Tracker sowohl mit Android als auch mit iOS.
Unser Testgerät kommt in Schwarz und wurde uns von Digitec zur Verfügung gestellt. Das Bluetooth-Modell verfügt nicht über NFC-Technologie und hat keinen Lautsprecher verbaut, somit konnten wir weder Mobile Payment noch den Xiaomi-Sprachassistenten testen.
Optisch trifft das Mi Smart Band 4 nicht unseren Geschmack. Zwar ist es angenehm schmal, aber irgendwie sieht es aus, als hätten wir den Fitnesstracker unseres kleinen Neffen gemopst – fehlt nur noch ein quietschbuntes Armband mit herzigen Motiven. Dabei hilft es nicht, dass man den Tracker an sich erst ins mitgelieferte Silikonarmband (One Size) einsetzen muss. Der Tracker ist aus Polycarbonat gefertigt. Das Silikonarmband fühlt sich angenehm auf der Haut an, wenn auch das notwendige Reindrücken des Pins, um das Armband zu schliessen, bei uns leichte Verrenkungen hervorruft. Doch über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten.
Was bei Smartwatches die Watch Faces sind, sind beim Mi Band die Bandanzeigen. Da beim aktuellen Modell ein farbiges AMOLED-Panel verbaut ist (0,95-Zoll), können reichhaltigere Grafiken dargestellt werden.

Inbetriebnahme

Nach dem Download der Mi-Fit-App registriert man sich und innert weniger als 5 Minuten ist unser Testgerät damit gekoppelt. Ausserdem kann man über das Band das Smartphone finden sowie umgekehrt (vibriert), wenn das Band mal verlegt wurde. Das hat einwandfrei funktioniert und erwies sich mehr als einmal als nützlich. Auch mit einem iPhone 6S Plus war das Koppeln kein Problem.
Mi Smart Band 4 mit Zubehör
Quelle: cm/NMGZ

Benachrichtigungen und Anfrufe

Der Fitnesstracker kann Benachrichtigungen anzeigen. In der App ist einstellbar, ob man eingehende SMS angezeigt bekommen möchte oder nicht. Das gilt für die als Standard definierte App (bei uns z.B. Signal oder Facebook Messenger) – wenn in den Einstellungen der App die entsprechenden SMS-Zugriffsberechtigungen erteilt wurden. Mit WhatsApp funktionierte es leider nicht.
Ausserdem kann man einen individuellen Vibrationsmodus hinterlegen, beispielsweise ganz kurz oder lang. Direkt antworten kann man leider nicht.
Bei einem Anruf kann man sich ebenfalls benachrichtigen lassen. Wir konnten ihn direkt abweisen oder die Meldung ignorieren. Ärgerlicherweise klappte die Anrufannahme nicht, was die Funktion etwas nutzlos macht. Mangels Lautsprecher würde man ihn sowieso nur entgegennehmen und dann am Smartphone telefonieren.

Musiksteuerung

Musikwiedergabe auf dem Smartphone kann über das Band gesteuert werden. Ausserdem kann man die Lautstärke regeln. In unserem Test klappte beides via Smart Band ohne Probleme.

App: Mi Fit und Fitness

Wer bisher Wear OS nutzt, muss sich etwas umgewöhnen, doch bei Mi Fit findet man sich rasch zurecht und hat einige Einstellmöglichkeiten.
Die Mi Fit-App
Quelle: cm/NMGZ
In der Grundansicht findet man Informationen zu Schlaftracking, Puls, Gewicht und, wenn man sich welche setzt, auch Ziele. Ganz oben sieht man die zurückgelegenen Schritte. Wobei wir uns nicht sicher sind, wie genau diese Zahl ist. Sie dünkte uns jeweils etwas zu tief.
Einmal hiess es nachmittags, wir hätten unser definiertes Ziel von 10'000 Schritten erreicht. Nur: wir waren daheim und hatten das Haus noch nicht verlassen. Was wir allerdings über längere Zeit gemacht hatten, war –  ohne Akkuschrauber – Möbel zusammengeschraubt, mit dem Fitnesstracker am Handgelenk.
Leider kann man keine zusätzlichen Apps installieren. Einzig möglich ist es, ein Konto von Google Fit oder WeChat hinzuzufügen (über die App am Smartphone).
Bandanzeigen (ähnlich wie Watch Faces)
Quelle: cm/NMGZ
Wie zu erwarten, zeigt der Xiaomi-Fitnesstracker in der Grundansicht Datum, Uhrzeit und gezählte Schritte. Die so genannten Bandanzeigen (ähnlich wie Watchfaces) sind über die App veränderbar, doch wer viel Wert darauf legt, könnte die Anzahl überschaubar finden.
Gesundheit
Nach Aktivierung via Mi-Fit-App sind weitere Features wie Pulserkennung, Schlafüberwachung oder Benachrichtigung bei zu langem Sitzen möglich. Wer auf dem Smart Band 4 nach unten wischt, sieht weitere Funktionen, z.B. eben Puls oder Training.
Zu erwähnen sei die Pulsmessung, denn der Xiaomi-Tracker bietet eine Benachrichtigung bei zu hohem Puls. Der Warn-Wert ist im Profil (Pulsmessung) individuell einstellbar (z.B. 120, 130, 140, max 150 BPM). Wenn dieser vordefinierte Wert erreicht wird, vibriert das Mi Band 4 und warnt Sie. So
Pulsmessung mit Warn-Funktion
Quelle: cm/NMGZ
können Sie rasch reagieren, was sehr nützlich sein kann.
In der App sieht man unter Status einerseits eine Übersichtskurve, durch Darauftippen erhalten Sie einen täglichen Pulsverlauf (siehe Bild). Wie war Ihr Puls in der Ruhephase, minimaler, maximaler und durchschnittlicher Puls? Wenn Sie ein erhöhter Puls interessiert, kann man in der Grafik oben darauf tippen, um Informationen zu einem unblich hohen (oder tiefen) Puls zu erhalten. Durch wischen nach links kommen Sie zu vorherigen Tagen.
Sport
Es werden 6 Sportmodi unterstützt: Schwimmen, Laufband, Joggen, Radfahren, Gehen und Training.
Der Tracker ist wasserdicht nach 5 ATM-Standard. Das bedeutet: Schweiss und Duschen sollte ihm nichts ausmachen. Bei Schwimmen könnte es aber grenzwertig werden (lesen Sie hier mehr zu ATM-Zertifizierungen). Allerdings soll er 5 verschiedene Schwimmstile erkennen, daher gehen wir davon aus, dass das klappt. Damit unter die Dusche zu gehen war kein Problem (schwimmen waren wir nicht).
Schlaftracking
Wir hatten die Möglichkeit, das Mi Band 4 mit einem vergleichbaren Fitnesstracker eines anderen Herstellers zu vergleichen. Beim Schlaftracking, das grundsätzlich gut funktionierte, fielen uns bei der gemessenen geschlafenen Zeit Unterschiede auf. REM-Phasen sind nicht ersichtlich.
Tag 1, wochentags: 7 Std 54 Minuten. Wir wünschten, es würde stimmen. Wirklich. Differenz zum Vergleichstracker: 1 Stunde. Das zog sich durch; die Schlafdauer war stets etwa eine Stunde zu lang. Auch die Einteilung Tief-, Leichtschlaf und Schlaflos ist nach unserer Erfahrung nicht optimal.


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