Bluetooth-Kopfhörer 14.09.2019, 11:28 Uhr

Vonmählen Wireless Concert One im Test: Soundcheck mit Spock

Der Lüneburger Hersteller Vonmählen vermarktet Zubehörprodukte im gehobenen Preissegment, bietet mit dem Wireless Concert One aber auch einen On-Ear-Kopfhörer für 229,99 Euro an. Wir haben das Modell getestet.
(Quelle: Vonmählen)
Wenn ein absoluter Newcomer im Audio-Business einen Kopfhörer auf den Markt bringt – und noch dazu kein ganz günstiges Modell, dann darf man erst einmal skeptisch sein. Vonmählen will mit dem Wireless Concert One anspruchsvolle Hörer begeistern und ruft einen Preis von rund 230 Euro auf.  
Beim Design des Kopfhörers hat sich der Hersteller Vonmählen eigenen Aussagen zufolge an der Elbphilharmonie in Hamburg orientiert – schick sieht er zumindest aus. Der Bügel der von uns getesteten silbernen Version ist mit einem hellbraunen Lederstreifen geschmückt, ansonsten ist das Gerät in eher unauffälligem Grau und Silber gehalten. Für meinen Geschmack wirkt der Kunststoff dadurch aber leider etwas billig, auch wenn er tadellos verarbeitet ist und sich gut anfühlt. 
Wen das nicht stört, bekommt einen schicken Kopfhörer, der sich zudem angenehm trägt. Die grossen Polster liegen sehr angenehm auf den Ohren, und auch der Bügel ruht bequem auf dem Kopf. Die Bedienung über die Tasten ist eingängig und klappt besser als manche Touch-Lösung bei der Konkurrenz. Die Akkulaufzeit gibt Vonmählen mit bis zu 21 Stunden an, was wir bei etwa ein Drittel der maximalen Lautstärke auch erreichen konnten.

Soundcheck mit Spock

Wenn man einen Kopfhörer testet, spielt vor allem die Wahl der gehörten Musik eine wichtige Rolle. Was trivial klingt wird verständlich, wenn man berücksichtigt, dassbeispielsweise „… And Justice for All“ von Metallica 1988 produktionstechnisch so vergeigt wurde, dass Bässen und Höhen extrem dünn klingen – und das Album deshalb kaum geeignet ist, einen Kopfhörer auf Herz und Nieren zu prüfen.  Deshalb entschieden wir uns beim Test des Wireless Concert One für eine Band, die zwar nicht annähernd so viele Platten verkauft hat wie Hetfield und Co., dafür aber extrem ausgefeilte Produktionen vorweisen kann – und so einem Kopfhörer alles abverlangen. Die Rede ist von den Progressive-Rockern von Spock’s Beard (ja, benannt nach dem berühmten Vulkanier aus Star Trek, nachzulesen auf Wikipedia). 
Quelle: Vonmählen
Wie bei ihren Vorbildern Genesis dauern die Songs mitunter mehr als zehn Minuten und sind sehr vielschichtig. So auch „The Doorway“ vom Album „Beware of Darkness“. Beim Intro kann man wunderbar die einzelnen Klavieranschläge hören, die zu Beginn sehr hart, später dann mit Dämpfer gespielt werden. Der Wireless Concert One bringt den Hörer direkt auf den Klavierschemel, man kann sehr gut die einzelnen Töne auf dem rechten und dem linken Hörer zuordnen. Wenn dann bei Minute 1:07 das Becken einsetzt, fühlt man sich ebenfalls mitten im Produktionsstudio, die Räumlichkeit des Kopfhörers ist hier exzellent. Auch bei Minute 5:40 und dem Solo der akustischen Gitarre spielt der Vonmählen seine Stereo-Kapazitäten voll aus. Dass der Kopfhörer auch mit mittleren Frequenzen gut zurechtkommt, kann man gut beim Track „She is Everything“ vom Album „Octane“ erhören, wenn ab Minute 1:06 die Flöten einsetzen und darunter ein sphärischer Klangteppich aus Synthesizern gelegt wird. 
Insgesamt hat uns der Newcomer klanglich positiv überrascht: Die Abstimmung ist sehr ausgewogen, lediglich die Bässe könnten ein bisschen kräftiger sein – aber das ist Geschmackssache. Da der Wireless Concert One aptX unterstützt lohnt sich ein HD-Upgrade für den Streaming-Dienst. Wir haben von Deezer über das HiFi-Abo einmal den Klang über das Smartphone mit Mp3-Files in 320 kbit/s angehört und dann via 3,5-mm-Klinkenstecker über unseren Test-Verstärker von Yamaha als FLAC-Datei mit  1.411 Kilobit pro Sekunde. Dabei zeigen sich die Kapazitäten des Kopfhörers deutlich, aber auch bei den komprimierten Mp3-Dateien machte der Vonmählen eine gute Figur.



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