20.11.2017, 11:45 Uhr

Schweiz soll globales Zentrum für KI werden

Die Stiftung Mindfire hat ihre Pläne vorgestellt, die Schweiz zum globalen Zentrum von KI zu entwickeln. Dafür sollen im Mai nächsten Jahres in Davos die besten Talente zusammenkommen.
Fast 1000 Unternehmen mit Künstlicher Intelligenz als Geschäftszweck wurden allein im laufenden Jahr gegründet. Kapital ist einfach zu haben, wenn KI in irgendeiner Form zur Anwendung kommt. Diese Beobachtungen hat der Neurobiologe und Physiker Professor Christoph von der Malsburg gemacht. An einem Medienanlass in Zürich nannte er das Thema «heiss». Allerdings werde bei den KI-Anwendungen gewöhnlich der Fokus auf Algorithmen gelegt. Das sei natürlich nicht falsch, greife aber zu kurz, sagte der Forscher.
Professor von der Malsberg engagiert sich zusammen mit dem Tech-Unternehmer Pascal Kaufmann sowie Lukas Sieber von der Förderinitiative Greater Zurich Area in der Stiftung Mindfire. Sie will die besten Köpfe zum Thema KI in die Schweiz holen. In mehreren «Missionen» (analog zu den Mondmissionen der US-Weltraumbehörde Nasa) sollen die Experten die Funktionsweise des menschlichen Gehirns entschlüsseln. In den Worten von Kaufmann: «Wir wollen unser Verständnis von natürlicher und künstlicher Intelligenz erweitern.»

Blockchain für geistiges Eigentum 

Wie Kaufmann an dem Medienanlass sagte, wollen die Gründer mit der Stiftung erreichen, dass die Künstliche Intelligenz nicht den Regierungen oder Unternehmen gehört. Sie soll vielmehr den Menschen gehören, denen sie dienen soll. Dafür hat Mindfire eine Blockchain-Plattform zum Patent angemeldet, auf der Leistungen aller Beteiligten verzeichnet werden sollen. Schafft ein Experte einen Durchbruch, wird er automatisch Mitinhaber des Projekts und mit einem «Mindtoken» vergütet.
Im Hotel InterContinental in Davos treffen sich im Mai 2018 die besten Talente zu KI
(Quelle: InterContinental Hotels Group)
Für die erste «Mission» sucht Mindfire zurzeit 100 Talente. Bewerbungen werden unter www.mindfire.global angenommen. Die ausgewählten Kandidaten sollen im Mai 2018 innerhalb von zwei Wochen in Davos zunächst einen künstlichen Organismus entwickeln. Die Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung übernimmt Mindfire. Dafür hat die Stiftung bereits mehr als eine Million Franken von unter anderem dem Kanton Zürich, Maxon Motors, der Stadt Davos und der UBS akquiriert, sagte Kaufmann.



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