Eine tickende Zeitbombe 13.01.2020, 18:59 Uhr

Support-Ende von Windows 7 seht unmittelbar bevor

Seit Monaten fordern Sicherheitsexperten die Nutzer des PC-Betriebssystems Windows 7 auf, sich von dem Software-Dino zu verabschieden. Vielen ist das wohl egal, obwohl der offizielle Produktsupport ausläuft.
(Quelle: Adriano Castelli / shutterstock.com )
Rund 30 Prozent aller PC-Anwender haben immer noch das veraltete Betriebssystem Windows 7 im Einsatz. Das geht aus Berechnungen des Sicherheitsunternehmens ESET hervor.
Für die Uralt-Software gibt es von diesem Dienstag an keinen kostenlosen Support durch Microsoft mehr. Ausserdem unterstützt der Konzern künftig auch nicht mehr die Server-Betriebssysteme Microsoft Server 2008 und 2008 R2.
Upgraden auf Windows 10 tut nicht weh und kostet nichts. Wer bei Windows 7 bleibt, setzt sich einem unkalkulierbarem Sicherheitsrisiko aus.
Quelle: Robert Günther / dpa-tmn / dpa
"Wer weiterhin die drei Dinosaurier im Einsatz hat, muss mit gravierenden Folgen für die Sicherheit seiner Daten beziehungsweise seines Unternehmens rechnen", sagte Sicherheitsexperte Thomas Uhlemann von ESET. "Entfallen die regelmässigen Sicherheit-Patches, werden bekanntgewordene Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen."
Zu den öffentlichen Einrichtungen, die den Umstieg auf ein modernes Betriebssystem nicht geschafft haben, gehört die Berliner Stadtverwaltung.

Extendet-Support nur kostenpflichtig möglich

Dort waren im Dezember erst knapp zwei Drittel der 82.000 IT-Arbeitsplätze auf Windows 10 umgestellt worden. Experten gehen davon aus, dass das Land Berlin eine sechsstellige Summe für einen gesonderten Support-Vertrag ausgeben muss, um die noch nicht umgestellten Arbeitsplätze am Laufen zu halten.
Windows 7 kam vor über zehn Jahren am 22. Oktober 2009 als Nachfolger des erfolglosen Windows Vista auf den Markt. Auch der Nachfolger Windows 8 kam mit Startschwierigkeiten und überzeugte viele Nutzer nicht. Daher blieben vor allem viele Unternehmen Windows 7 über Jahre hinweg treu.
Die Schwachstellen des Systems, die künftig nicht mehr kostenlos geflickt werden, könnten Cyberangriffe erleichtern, warnte ESET. Entwickler von Schadprogrammen hätten bereits gezielt Schadcodes für bekannt gewordene Windows-Schwachstellen programmiert.
"Der Umstieg auf ein modernes Betriebssystem ist für Unternehmen und Privatanwender unausweichlich", sagte Uhlemann. "Cyberkriminelle warten nur darauf, nicht mehr geschlossene Sicherheitslücken bei Windows 7 auszunutzen. Die weiterhin hohen Nutzerzahlen versprechen fette Beute."



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