Neuer PC: Wie transferiere ich meine Daten?

Datentransfer

Jetzt folgt der eigentliche Datentransfer. Für die Variante mit Betriebssystem (System-Image) und Software verwenden wir die aktuell meistverkaufte Backup-Software Acronis True Image 2019. Eine kostenlose Alternative dazu wäre Clonezilla, die jedoch ein wenig kompliziert ist. Diese erhalten Sie gratis unter der Internetadresse clonezilla.org. Acronis True Image 2019 gibts für ca. 40 Franken im Fachhandel.
Datentransfer mit Betriebssystem
Die sicherste Variante: Klonen Sie den alten Datenträger vollständig. So vergessen Sie garantiert keine Dateien. Dafür müssen Sie entweder für eine Software wie Acronis True Image ein wenig Geld ausgeben oder sich mit der komplizierten Gratisvariante Clonezilla herumschlagen. Wir verwenden für die folgende Anleitung die Backup-Software Acronis True Image 2019. Diese ist wie bereits erwähnt für ungefähr 40 Franken im Fachhandel erhältlich und bietet verschiedenste Optionen für Backup, Transfer und Wiederherstellung von Daten.
Für den Datentransfer benötigen Sie:
  • den alten Datenträger
  • einen neuen Datenträger
  • Acronis True Image 2019
  • einen USB-Stick mit mindestens 1 GB freiem Speicherplatz (alternativ eine DVD)
Bild 6: Wählen Sie hier den Befehl Laufwerk klonen
Quelle: NMGZ
Starten Sie Acronis True Image und navigieren Sie zum Menü Extras. Dort finden Sie die Option Laufwerk klonen, Bild 6. Wählen Sie aus, ob Sie die Volumes (Partitionen; also die Laufwerke C:, D: etc.) automatisch oder manuell einstellen möchten. Im Zweifelsfall greifen Sie zu Automatisch. Klicken Sie auf Weiter und bestimmen Sie in den nächsten zwei Schritten das Quell- und Ziellaufwerk. Im nachfolgenden Schritt entscheiden Sie sich am besten für Proportional, Bild 7.
Bild 7: Wählen Sie in diesem Fenster die Option Proportional
Quelle: NMGZ

Danach können Sie die manuellen Einstellungen für die Laufwerkspartitionen vornehmen, sofern Sie das anfangs ausgewählt haben, Bild 8. Zum Schluss gibt Acronis True Image eine Übersicht, wie der neue Datenträger aufgeteilt wird. Per Fertig stellen startet der Transfer, Bild 9.
Bild 8: Im manuellen Modus erhalten Sie mehr Kontrolle, falls Sie sich mit Partitionen auskennen
Quelle: NMGZ
Bild 9: Hier sehen Sie, was Acronis mit dem Ziellaufwerk anstellen will
Quelle: NMGZ
Der neue Datenträger wird beim Vorgang formatiert. Sämtliche darauf gespeicherten Daten gehen verloren. Verwenden Sie also nur leere Datenträger oder solche mit entbehrlichen Daten. Genauso wichtig: Je nach Datenmenge und Verbindung kann der Vorgang zwischen einigen Minuten und mehreren Stunden dauern. Holen Sie sich am besten erst mal einen Kaffee oder Snack. Ist der Klonvorgang abgeschlossen, können Sie den Wechsel auf den neuen Datenträger finalisieren. Wenn Sie direkt auf den neuen Datenträger geklont haben, fahren Sie Ihren Rechner herunter und trennen ihn vom Stromnetz. Entfernen Sie danach den alten Datenträger. Falls gewünscht, können Sie den neuen Datenträger an den Platz des alten setzen. Starten Sie im Anschluss den PC mit dem neuen Datenträger wieder hoch. Je nach Gerät müssen Sie im BIOS/UEFI neu definieren, von welchem Laufwerk der PC booten soll.
Eine genaue Anleitung dazu finden Sie im Handbuch Ihres Computers oder bei Eigenbau-PCs im Handbuch des Mainboards. Falls Sie Ihr Laufwerk auf einen externen Datenträger geklont haben (die indirekte Methode), benötigen Sie zusätzlich noch ein Boot-Medium, idealerweise einen USB-Stick. Damit kann Acronis den Computer auch aufstarten, wenn Sie den alten Datenträger mit dem Betriebssystem entfernt haben. Ein solches Medium erstellen Sie in Acronis True Image unter dem Menüpunkt Extras und Rescue Media Builder. Folgen Sie den Anweisungen und wählen Sie als Speichermedium den eingesteckten USB-Stick, Bild 10. In den meisten Fällen reicht 1 GB freier Speicherplatz auf dem USB-Stick.
Bild 10: Wählen Sie als Ziel Wechseldatenträger, damit ist der USB-Stick gemeint
Quelle: NMGZ
Fahren Sie den PC herunter und trennen Sie ihn vom Stromnetz. Entfernen Sie anschliessend den alten Datenträger und bauen Sie den neuen ein. Stecken Sie den Boot-Stick ein und starten Sie den PC. Wählen Sie als Boot-Gerät den USB-Stick und folgen Sie den Anweisungen von Acronis, um die Daten vom externen Speicher auf den neuen internen Speicher zu kopieren. Der Vorgang funktioniert gleich wie zuvor, einfach in die entgegengesetzte Richtung. Sobald der Kopiervorgang abgeschlossen ist, sollte alles beim Alten sein.
Datentransfer ohne Betriebssystem
Diese Variante ist einfacher als der Transfer des gesamten Laufwerks, aber anfälliger für Nutzerfehler. Öffnen Sie den neu verbundenen Datenträger im Windows-Explorer (entweder neues, internes Laufwerk oder ein externes Laufwerk) und kopieren Sie alle Ihre Daten vom alten Laufwerk auf das andere. Das Gros Ihrer Daten befindet sich im Normalfall in Ihrem Nutzerordner. Standardmässig liegt dieser unter C:\Windows\ Benutzer. Teilweise werden Daten aber auch im Installationsordner der jeweiligen Software gespeichert. So speichert beispielsweise das Rollenspiel «World of Warcraft» seine Bildschirmfotos im Installationsordner. Stellen Sie also sicher, dass Sie wirklich alle wichtigen Daten erwischen. Beachten Sie dazu auch die Box «AppData».
Quelle: NMGZ
Wichtig: Falls Sie das Betriebssystemlaufwerk auswechseln, müssen Sie vor dem Kopieren das Betriebssystem auf den neuen Datenträger installieren. Achten Sie darauf, dass Sie eine gültige Lizenz für die Betriebssysteminstallation haben. Bleibt das Betriebssystemlaufwerk hingegen im Computer und Sie tauschen nur das Datenlaufwerk aus, fällt dieser Schritt weg. Nutzen Sie die indirekte Methode mit externem Laufwerk, trennen Sie dieses nach dem Kopieren der Daten im Windows-Explorer via Rechtsklick und Auswerfen. Fahren Sie den PC herunter. Koppeln Sie den Rechner vom Strom ab und wechseln Sie den internen Speicher aus. Fahren Sie den PC wieder hoch. Falls Sie das Betriebssystemlaufwerk ausgewechselt haben, installieren Sie jetzt Windows. Nach dem Aufstarten kopieren Sie alle Dateien vom externen Speichermedium an den gewünschten Ort auf dem neuen Laufwerk.


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