Cybercrime 08.05.2018, 09:50 Uhr

Vorsicht: «Microsoft»-Anrufe in der Schweiz häufen sich

Derzeit gibt es in der Schweiz wieder vermehrt Anrufe auf Englisch. Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus. Was tun?
(Quelle: Pixabay)
«Hello, this is Fritzli from the Microsoft-Support-Departement» – so kann es auch bei Ihnen plötzlich aus dem Hörer klingen (in der Regel nennt sich die Person nicht Fritzli). In den letzten Wochen haben PCtipp-Leser und auch PCtipp-Redaktoren solche Anrufe erhalten.
Diese Telefonanrufe von meist englischsprachigen Personen, die vorgeben, für den Support von Microsoft zu arbeiten, sind ganz dreiste Betrugsversuche. Meist rufen sie ohne Anruferkennung an, manchmal aber auch von Schweizer Nummern aus. Dabei versuchen sie entweder die hilfreiche Masche oder probieren, ihre Opfer durch die eindringliche Warnung vor Viren und Fehlermeldungen auf ihrem PC einzuschüchtern. Diese Taktiken zielen darauf ab, dass die angerufenen Personen entweder angebliche Support-Websites ansurfen, die mit Trojanern verseucht sind, oder aber, dass die Opfer dem Anrufer Fernzugriff auf den PC gestatten.
Auf diese Weise versucht der Angreifer, allfällige Passwörter oder Banking-Daten zu finden. Bei besonders arglosen Personen wurde auch schon versucht, für den «Support-Dienst» Gebühren einzuheimsen – via Kreditkarte natürlich. Die Telefonnnummern suchen sich die Betrüger aus öffentlich zugänglichen Verzeichnissen im Internet heraus. Wie schnell mal eine Nummer ungewollt im Netz landen kann und ob Ihre Nummer dort ebenfalls zu finden ist, finden Sie mit diesem Trick heraus.

Was tun, wenn ich angerufen werde?

Es gilt: Weder Microsoft noch andere Software-Hersteller werden Sie auf diese Weise kontaktieren. Telefongespräche dieser Art finden nur statt, wenn Sie die betreffende Firma anrufen. Ganz egal, was die Person auf der anderen Seite sagt: Es gibt keine Ausnahmen. Sollten Sie einen solchen Anruf erhalten, legen Sie umgehend und kommentarlos auf. Wenn Ihr Telefon eine Blacklist-Funktion hat, setzen Sie die Nummer auf die Liste. Die Swisscom bietet auch bereits eine Spam-Funktion für ihre Kunden an. Wie Sie diese Funktion aktivieren, erfahren Sie hier. Falls Sie das Gefühl haben, dass es bereits zu spät sein könnte, trennen Sie Ihren PC vom Internet oder schalten Sie ihn gleich komplett aus.
Tipp: Auch wenn man sich über diese Telefonanrufe ärgert, raten wir, einfach aufzulegen und von Beleidigungen abzusehen. Es sind Fälle bekannt, in denen sich die Anrufe nach Schimpftiraden vervielfacht haben. Dabei wird dann nur noch angerufen und aufgelegt, sobald man das Telefon abgehoben hat.

Was tun, wenn es schon zu spät ist?

Haben Sie der Person bereits Zugang zu Ihrem PC gegeben, trennen Sie den PC sofort vom Netz oder schalten Sie ihn aus. Beim Wiedereinschalten empfehlen wir, WLAN und/oder LAN zu deaktivieren und die Festplatte mit einem Virenscanner zu durchsuchen. Eventuell empfiehlt sich auch die Konsultation eines Fachmanns. Ändern Sie mit Vorteil auch die Passwörter von Webdiensten.
Melden Sie das Problem auch gleich der Kreditkartenfirma, falls Sie Ihre Daten herausgegeben haben. Somit haben Sie wesentlich weniger Probleme, falls Sie Fremdbuchungen auf der Kreditkartenabrechnung entdecken.
Auch der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) können Sie den Vorfall melden, um sich über weitere Schritte zu informieren.



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