22.10.2008, 00:00 Uhr

Quartalszahlen: Nokia verunsichert TK-Branche

Wenn es bei Nokia nicht rund läuft, zittert die ganze Handy-Branche. Kein Wunder also, dass die jüngsten Quartalszahlen des finnischen Vorzeigekonzerns nicht nur bei Analysten für angespannte Gesichtszüge gesorgt haben. Konkret musste Nokia beim Nettogewinn einen drastischen Einbruch verbuchen: Dieser fiel mit 1,1 Milliarden Euro rund ein Drittel geringer aus als noch im vergleichbaren Vorjahresquartal (1,6 Milliarden Euro), entsprechend schrumpfte der Gewinn pro Aktie von 0,40 auf 0,29 Euro. Auch der Umsatz ging von 12,9 auf 12,2 Milliarden Euro zurück.

Neben ungünstigen Währungseffekten macht Nokia vor allem der fallende Durchschnittspreis bei Mobiltelefonen zu schaffen: Dieser verringerte sich erneut von 74 Euro im zweiten Quartal 2008 auf aktuell 72 Euro. Der Hintergrund: Wachstum findet momentan hauptsächlich in Schwellenländern statt, wo in erster Linie sehr preisgünstige Geräte nachgefragt werden. Dem damit einhergehenden Margendruck versucht sich Nokia bereits seit längerer Zeit durch eine stärkere Fokussierung auf das Geschäft mit Services und Dienstleistungen zu entziehen.

Während es im Kerngeschäft derzeit also eher schleppend läuft, gibt es zumindest im Netzwerksegment positive Nachrichten. So entwickelt sich die Netzwerksparte Nokia Siemens Networks besser als von Analysten erwartet: Zwar ging hier der Umsatz im Berichtszeitraum von 3,7 auf 3,5 Milliarden Euro leicht zurück, dafür konnte der Bereich den operativen Verlust reduzieren. Dieser liegt nun bei einer Millionen Euro nach 120 Millionen Euro im Vorjahresquartal. (ph/th)



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