Standortverlauf 14.08.2018, 12:37 Uhr

Google trackt User - auch wenn sie den Standort deaktivieren

Google speichert die Standortdaten seiner Nutzer auch dann, wenn diese das Tracking ausgeschaltet haben. Der Suchmaschinen-Riese selbst verweist auf "volle Transparenz" und erklärt, man wolle lediglich die Google-Dienste verbessern.
(Quelle: shutterstock.com/solomon7)
Google trackt den Standort seiner Nutzer - auch dann, wenn diese den Standortverlauf abgeschaltet haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Associated Press (AP). Demnach speichert Google immer dann Standortinformationen, sobald Nutzer Google-Dienste wie beispielsweise Maps auf ihrem Smartphone verwenden.
Selbst wenn der User in seinen Datenschutzeinstellungen explizit dem Tracking wiederspricht, soll das der Fall sein. Nutzer können der Speicherung der Standortdaten nur dann entgehen, indem sie die "Web- und App-Aktivität" ausschalten. Diese ist standardmässig aktiviert und speichert eine Vielzahl von Informationen aus Google-Anwendungen und Webseiten im Google-Konto. Wird diese deaktiviert, sollen wirklich keine Standortdaten mehr gespeichert werden können.
Das Problem mit dem Datenschutz betrifft aktuell rund zwei Milliarden Kunden, die die Android-Betriebssoftware von Google nutzen, sowie mehrere Millionen iPhone-Nutzer, die sich bei der Navigation oder der Suche auf Google-Dienste verlassen.
Google rechtfertigt seine Praktiken damit, dass das Tracking notwendig sei, um die Google-Dienste zu verbessern. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Google den Standort nutzen kann, um das Erlebnis der Menschen zu verbessern: Location History, Web- und App-Aktivität und durch Location Services auf Geräteebene", teilt ein Google-Sprecher in einer Erklärung an AP mit. "Wir liefern klare Beschreibungen dieser Tools und führen strenge Kontrollen durch, damit User jederzeit die Möglichkeit haben diese Funktion ein- und auszuschalten sowie ihre Historien löschen zu können."

Daten für Werbemassnahmen

Kritiker unterstellen Google durch die Massnahmen Werbeeinnahmen steigern zu wollen. "Sie bauen Werbeinformationen aus Daten", sagt Peter Lenz, Senior Geospatial Analyst bei Dstillery, gegenüber AP. "Mehr Daten bedeuten vermutlich mehr Profit."
Im Juli stellten die Google-Führungskräfte beispielsweise ein neues Anzeigenformat namens "lokale Kampagnen" vor. Die Ads werden genutzt, um die Besucherzahlen in stationären Geschäften zu steigern. Damit Anzeigen erfolgreich sein können, sind Standortdaten der Nutzer natürlich essentiell.
Nach dem Datenschutzskandal bei Facebook und der neuen Datenschutzgrundverordnung, die kürzlich von der Europäischen Union verabschiedet wurde, stehen die Technologiekonzerne zunehmend unter Druck und ihr Umgang mit den Daten der Nutzer mehr im Fokus denn je.




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