Messenger «HIN Talk» 24.02.2021, 15:24 Uhr

Sicheres WhatsApp für Schweizer Ärzte

Der Gesundheitsdienstleister HIN hat mit dem Open-Source-Spezialisten VNC einen hochsicheren und zugleich bedienerfreundlichen Messenger entwickelt – ein «WhatsApp» für Schweizer Ärzte.
Via «HIN Talk» können sich Ärzte daten­schutz­konform über medizinische Fragen austauschen
(Quelle: HIN )
Gängige Messenger wie WhatsApp kommen heute auch im Gesundheitswesen zum Einsatz, etwa im Rahmen von Konsilien. Sprich: Wenn sich Gesundheitsfachpersonen untereinander zu einem Krankheitsfall beraten. Dazu ein fiktives Beispiel: Während ein Chirurg an einer Wunde arbeitet, bemerkt er ungewöhnliche Verfärbungen. Er fotografiert die Wunde und sendet das Foto via WhatsApp an einen Kollegen. Dieser hält sich zufällig gerade im Ausland auf, als er die Fotos empfängt, betrachtet diese und antwortet dem Chirurgen umgehend. Damit ist dem Patienten zwar schnell und unkompliziert geholfen. Allerdings heikel an dem frei erfundenen Szenario: Der Chi­rurg verstösst unter anderem gegen das Berufsgeheimnis und den Datenschutz, da er Gesundheitsdaten via WhatsApp ins Ausland «transferiert».
Das Gesundheitswesen in der Schweiz besitzt mit «HIN» eine E-Health-Plattform, über die unter anderem die sichere und datenschutzkonforme E-Mail-Kommunikation für Ärzte, Kliniken und medizinische Labore bereitgestellt wird. Dabei steht HIN für «Health Info Net». Die Plattform wird von dem gleichnamigen Unternehmen mit Sitz in Wallisellen betrieben. Bis anhin fehlte ein spezieller Messenger-Dienst für medizinische Anwendungen, weshalb die Gesundheitsfachpersonen teilweise auf alternative Lösungen wie eben WhatsApp ausgewichen sind. Vor gut zwei Jahren entschied sich HIN, seine Plattform um Messaging- und Videokonferenz-Funktionen zu erweitern, erinnert sich Geschäftsführer Lucas Schult.

Nur wenig Auswahl

Die Gesetzeslage ist eindeutig: Die Gesundheitsdaten müssen in der Schweiz gespeichert werden. Allein diese Einschränkung führte dazu, dass für HIN von vornherein viele Lösungen aufgrund mangelnder Flexibilität bei der Datenspeicherung gar nicht infrage kamen. Hinzu kam die Zielvorgabe, ein «WhatsApp für Gesundheitsfachpersonen» bereitstellen zu wollen – mit einem vergleichbaren Bedienkomfort und ähnlichen Funktionalitäten wie das «Original». «Bei der Evaluation hat sich bewährt, im Vorfeld die Bedürfnisse der zukünftigen Anwender zu erarbeiten und diese dann möglichst einfach umzusetzen», sagt Schult. Es sei das erklärte Ziel gewesen, ein Tool zu entwickeln, das erstens sehr einfach in der Anwendung ist und zweitens trotzdem alle Sicherheitsvorgaben erfüllt. Dafür wurde der neue Service, genau wie alle anderen Services von HIN, zuerst unternehmensintern und im Alltag eingesetzt.
Bei den Nutzertests stellte sich heraus, dass einige Lösungen zwar den Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben genügten, sie aber den hohen Anforderungen des Gesundheitsfachpersonals nicht gerecht werden konnten. Die Wahl fiel schliesslich auf «VNCtalk» der Virtual Network Consult (VNC) mit Hauptsitz in Zug. Nach Aussage von HIN-Geschäftsführer Schult waren für den Entscheid die Sicherheitskriterien wie die Möglichkeit zum Hosting im eigenen Rechenzentrum, die Funktionalitätsvielfalt und die Auditierbarkeit ausschlaggebend. «Mit VNCtalk haben wir eine Lösung gefunden, welche die von uns geforderten Quali­täten bei Datenhoheit, Funktionsumfang und Sicherheit vollumfänglich erfüllt», resümiert er.




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