Huawei verliert die Android-Lizenz und somit Updates, Apps und Google-Dienste

Kommentar: nichts als Verlierer

Mit der Entscheidung, Huawei-Handys in solch einer Art und Weise zu sanktionieren, ist der Wirtschaftsstreit zwischen der USA und China spätestens jetzt auch direkt beim Endanwender angekommen. Unterm Strich gibt es aber nur Verlierer.
Daniel Bader ist stellvertretender Chefredaktor des Computerworld-Schwestermagazins PCtipp
Quelle: NMGZ
Huawei-Handys sind aufs Trockene gelegt. Damit dürften Huawei-Produkte ausserhalb von China schnell wie Blei in den Verkaufsregalen der Händler liegen. Zudem zeigt es nicht nur, wie stark die Abhängigkeiten mittlerweile im Handy-Geschäft geworden sind, sondern auch, wie zerbrechlich das ganze Handy-Ökosystem ist.
Google als Software-Lieferant erscheint zumindest nach aussen hin in einem rückgratlosen Licht. Der Software-Riese muss sich von der Trump-Regierung sagen lassen, was er zu tun hat und was nicht.
Und der Anwender? Er ist verunsichert, weil er schlicht nicht weiss, wie es mit seinem (teils sehr teuer erworbenen) Huawei-Handy weitergeht. Im schlimmsten Fall droht der Gau; ein kürzlich gekauftes Huawei-Handy zu besitzen, das spätestens in knapp einem halben Jahr bezüglich App-Software, Betriebssystem und Sicherheitspatches zum alten Eisen zählt.
Die Gretchenfrage, die es schnellstmöglich zu beantworten gilt: Gibt es einen Ausweg, die Kuh noch rechtzeitig vom Eis zu holen? Das können wohl nur die chinesische und US-Regierung gemeinsam beantworten. Sicher hingegen dürfte eines sein: Je länger nichts geschieht, desto verhärteter werden die Fronten, und umso schwieriger wird es unterm Strich sein, die geschaffene Realität auch wieder umzukehren.


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