Geschäftsidee 24.06.2019, 15:13 Uhr

Webshop aufbauen: Das brauchts

Sie möchten sich in die Riege derjenigen einfügen, die das Netz als Grundlage nutzen, um Waren zu offerieren? Keine schlechte Idee, der Markt wird auch in den nächsten Jahren nur eine Richtung kennen: nach oben.
Ein gut gestalteter Webshop macht einfach Spass. Doch bis dahin muss man als Betreiber einiges aussuchen.
(Quelle: Unsplash.com © Brooke Lark )
Allerdings benötigt gerade die computerseitige Komponente mehr als einen Rechner, auf dem man die eingehenden Bestellungen anschauen kann. Worauf Sie besonders achten müssen, zeigt der folgende Artikel.
1. Der Domainname und die URL
Was gibt ein Kunde ein, der direkt auf die Seite gelangen möchte? Was druckt man unter Flyer, verlinkt man auf Social Media? Korrekt, es ist die Domain bzw. die dahinterstehende URL des Shops.

Allerdings ist dies ein delikater Punkt, den man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
  • 1.In der Kürze liegt die Würze. Je kürzer und mit weniger Zwischenschritten (Binde- oder Unterstriche, Ziffern…) eine Domain versehen ist, umso besser. Um das an unserer Domain zu demonstrieren: onlinepc.ch > onlinepc24.ch > online-pc.ch > online_pc.ch > online_pc_24.ch. Notfalls am Telefon testen: Wie einfach lässt sich die Domain mündlich übermitteln?

  • 2.Unbedingt eine bekannte Domain-Endung wählen. .ch ist gut. Will man zumindest europaweit agieren, sollte es .com/.net sein. Die neuen Domain-Endungen für die Schweizer Kantone (.ag, .be, .gr und .lu) sind zwar nett, können aber zu regionalfokussiert wirken. Wer wirklich etwas Schweiz-typisches anbietet, kann auch überlegen, ob er für .swiss infrage kommt.

  • 3.Auf jeden Fall gleichklingende und ähnlich geschriebene Domains ebenfalls reservieren. Das sorgt dafür, dass es nicht ganz so wichtig ist, die Domain korrekt einzugeben

  • 4.Google nicht vergessen. Auf pctipp.ch/news kann die Suchmaschine sich einen Reim machen (und jeder Mensch, der einen Link sieht) auf onlinepc.ch/12AB36 jedoch nicht.

Ganz wichtig auch: Ein seriöser Shop steht für sich allein. Es steht also nicht der Name eines Webhosters davor. Das bringt uns zum nächsten Punkt.

2. Das Webhosting
Ein Webhoster ist das digitale Gegenstück zu den Räumlichkeiten eines Handelsbetriebs. Prinzipiell könnte man deshalb auch selbst hosten. Es bräuchte eine schnelle Internetanbindung (besonders im Upload, weil dies bestimmt, wie schnell Kunden auf die Seite zugreifen können). Ferner Server, ausreichend Speicherplatz.
Genau an diesen Punkten hakt es jedoch oft. Ein Shop ist kein Blog, er ist ein ungleich umfangreicheres Gebilde mit (hoffentlich) viel mehr Besuchern. Etwas von diesen Dimensionen selbst zu hosten, ist für Anfänger unnötig aufwendig und teuer.
Damit kommen wir zu externem Webhosting. Man mietet also nicht nur den Webspace für seine Shopseite, sondern auch alles, was dazugehört. Für Anfänger ist das aus mehreren Gründen sinnvoll:

  • 1.Man hat auf jeden Fall die Garantie, dass die Seite auf einer hinreichend schnell angebundenen Plattform sitzt.
  • 2.Man kann sehr präzise die für die eigene Seite benötigten Hardware-Leistungsdaten auswählen und kann so viel mehr für geringere Kosten bekommen.
  • 3.Es haben absolute Profis die Oberaufsicht über die Technik. Wenn etwas nicht funktioniert, kann man darauf vertrauen, dass es sofort behoben wird.
  • 4.Man hat volle Kontrolle darüber, in welchem Land die Server stehen.
  • 5.Selbst für sehr anspruchsvolle Dienste zahlt man weit weniger als 100 Franken monatlich.
  • Man muss nicht immer dabeibleiben. Aber es ist die sorglosere Option – auch so hat man beim Start eines Shops genug andere offene Baustellen. Besonders folgendes:

3. Die Shopsoftware
Wer glaubt, dass er mit der Auswahl der richtigen Domain und eines Hostingdienstes den Punkt „Qual der Wahl“ ad acta legen kann, irrt leider gewaltig.

Denn noch hat man nur eine Adresse und die Räumlichkeiten, um das mal analog zu erklären. Die Shopsoftware hingegen ist die Aussen- und Innengestaltung dieses Ladengeschäfts in der digitalen Welt.
Wie sieht die Startseite aus? Wie viele Bilder pro Produkt können in welcher Qualität eingefügt werden? Wie aufgeräumt ist das Design? Welche Möglichkeiten hat man, um es nach seinem Geschmack zu personalisieren?

Auch hier hat man es mit einem gigantischen Füllhorn der Anbieter zu tun – allerdings sollte man sich nicht nur darauf versteifen, proprietäre (= zu bezahlende) Systeme zu durchsuchen. Im Gegenteil, global gesehen gibt es auch viele Open-Source-Systeme. Dazu zählt beispielsweise WooCommerce, ein Plug-In für WordPress. Auch OpenCart gehört ebenso in diese Riege.

Diese Shopsysteme sind ähnlich quelloffen wie beispielsweise das Betriebssystem Linux oder auch die Wikipedia. Bedeutet, man kann die Software für seinen Shop nutzen, kann sie entsprechend der dazugehörigen Lizenz verändern und es kostet einen zumindest in der Basisvariante keinen müden Rappen.
Der einzige Nachteil: Man benötigt tiefergreifende Kenntnisse. Wer Ahnung von Bildbearbeitung hat, kann es in etwa mit den Unterschieden zwischen Photoshop und GIMP vergleichen – beide ähnlich leistungsstark, aber der quelloffene Gimp benötigt den versierteren Nutzer.

Ein Plus für die proprietären Shopsysteme ist es hingegen, dass dabei oft auch gleich das Hosting im Preis inkludiert ist – letzten Endes muss man sich hier entscheiden, was die Sache kosten darf und wie viel Freiheit man selbst haben möchte. Eine universalgültige Antwort gibt es schlicht nicht.

4. Das SEM
SEM oder Search Engine Marketing ist mehr als eine Abkürzung. Es ist das Geheimnis dessen, warum beispielsweise ein Online-Schuhgeschäft aus Luzern in den Suchergebnissen auftaucht, wenn jemand in Cham „Herrenschuhe“ in sein Google eingibt.  

Faktisch teilt sich SEM in zwei Disziplinen auf:

SEO, Search Engine Optimization. Dabei geht es darum, seine Seite so zu gestalten, dass sie bei der freien Google-Suche nach entsprechenden Keywords soweit wie möglich vorne gelistet ist.
SEA, Search Engine Advertising. Dabei geht es darum, aktiv Werbung auf Google zu betreiben. Damit taucht man dann unter festgelegten Kriterien in den allerersten Suchergebnissen auf, die mit ANZEIGE markiert sind.

Beides ist eine hohe Kunst, für die es eigene Agenturen gibt. Als Mindestmass sollte man sich mit den im Netz verfügbaren Informationen und Tipps auseinandersetzen. Das ist zwar nicht einfach, aber so sehr Google auch als Datenkrake gilt, entziehen kann man sich der Suchmaschine nicht mehr.

Allerdings: Wenn man diese insgesamt vier Punkte abgehakt hat, sind zumindest die grössten digitalen Baustellen des Shops beseitigt. Der Rest unterliegt dann den klassischen marktwirtschaftlichen Regeln.


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