Studie von Proofpoint 22.08.2019, 18:20 Uhr

Immer mehr betrügerische Domains

Mit der Zunahme von Top-Level-Domains (TLDs) gibt es immer mehr betrügerische Webadressen. 96 Prozent aller Firmen haben daher einen Fake-Zwilling im Web. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung von Proofpoint.
(Quelle: iAmMrRob/Pixabay)
Betrügerische Domains gefährden Unternehmen, Marken, Kunden und Mitarbeiter. Und deren Anzahl steigt stetig, berichtet der Cybersecurity-Spezialist Proofpoint in seinem jüngsten «Domain Fraud Report 2019». Demnach stieg zwischen dem ersten und vierten Quartal 2018 die Anzahl an Registrierungen betrügerischer Domains um 11 Prozent an. Nahezu alle von Proofpoint identifizierten betrügerischen Domains blieben über den Beobachtungszeitraum hinweg aktiv – sie blieben also weiterhin registriert – und konnten daher für Angriffe genutzt werden. Von diesen betrügerischen Domains verfügten mehr als 15 Prozent über ein Mail Exchanger Record (MX Record), der darauf schliessen lässt, dass über diese Domain E-Mails gesendet werden.
Ein Viertel der betreffenden Domains wiesen darüber hinaus Sicherheitszertifikate auf, die viele Internetnutzer fälschlicherweise mit Legitimität und Sicherheit assoziieren. Damit verfügt ein höherer Anteil betrügerischer Domains über Sicherheitszertifikate verglichen mit der Gesamtheit aller registrierten Domains.

Neue TLDs verschärfen das Problem

Betrügerische Domains nutzen häufig die gleichen Top-Level-Domains (TLDs), Domain-Registrare und Webserver wie legitime Domains, um Marken nachzuahmen und Nutzer in die Irre zu führen.
In den letzten Jahren wurde die Situation insofern verschärft, als weltweit neue TLDs eingeführt wurden. Die hat die Möglichkeiten der Cyberkriminellen nochmals erweitert. Denn im Zuge der Einführung neuer TLDs wie .app, .icu und vielen weiteren im Jahr 2018, wuchs auch die Auswahl an Registrierungsmöglichkeiten für betrügerische Domains. Proofpoint fand  in diesem Zusammenhang heraus, dass Angreifer sich diese neuen TLDs zunutze machen, um Domain-Namen zu registrieren, die den «.com»-Domains bekannter Top-Marken ähneln.
Mit dramatischen Folgen: Für 96 Prozent aller Unternehmen liessen sich gemäss dem Proofpoint-Report wortgleiche Fake-Domains ihrer markeneigenen Domain finden, die unter einer anderen TLD  wie etwa «.net» statt «.com» auftraten. Bei 76 Prozent fanden sich ausserdem so genannte «Lookalike»-Domains, bei denen also der Markenname nur geringfügig abgeändert wird – beispielsweise wird ein O mit einer Null ersetzt. Dieser Domain-Betrug habe die meisten Branchen und Regionen betroffen, heisst es in dem Bericht weiter.


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