Cyberangriff 11.04.2021, 11:29 Uhr

Hacker legen Server der Basler Gewerbeschule lahm

Hacker blockieren mit Ransomware sämtliche Server der Gewerbeschule Basel. Wie viele Daten wiederhergestellt werden können, ist derzeit noch nicht bekannt.
(Quelle: Pixabay )
Die Allgemeine Gewerbeschule Basel ist einem Cyberangriff zum Opfer gefallen. Hackern ist es dabei gelungen, die Systeme der Schule mit Ransomware zu infizieren, wie das Erziehungsdepartement Basel-Stadt mitteilt. Momentan seien sämtliche Server der Schule lahmgelegt und auf die Daten könne man nicht mehr zugreifen. Als erste Reaktion auf den Angriff habe man nun das Rechenzentrum isoliert und die Hostsysteme komplett heruntergefahren. Zudem sei ein temporäres WLAN-Netz aufgeschaltet worden. So könne der Schulbeginn am Montag gewährleistet werden, erklärt das Erziehungsdepartement.
Erste Untersuchungen zeigten den Ausführungen zufolge, dass es sich bei der eingesetzten Malware um den Erpressungstrojaner Ryuk handelt. Aufgrund der Vorgehensweise schliesst man auf professionelle Angreifer, wie es im Communiqué heisst. Von Ryuk-Angriffen seien derzeit vor allem Spitäler und Bildungseinrichtungen betroffen. Zudem geht man davon aus, dass die Server durch das versehentliche Öffnen eines E-Mail-Anhangs infiziert wurden.
Vor einer neuen Variante des Trojaners Ryuk warnte erst kürzlich auch die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI, nachdem in Frankreich mehrere Spitäler Opfer solcher Attacken wurden. Die Behörde identifizierte bei der Schadsoftware wurmähnliche Funktionen. So könne sich diese auf anderen Geräten in lokalen Netzwerken der betroffenen Organisationen verbreiten, schrieb sie in einem Bericht. Gemäss der ANSSI wurde man erstmals im Jahr 2018 auf Ryuk aufmerksam. Seither seien damit viele Unternehmen infiziert worden. Offenbar nehmen die Hacker dabei insbesondere solche ins Visier, von denen hohe Lösegeldzahlungen erwartet werden. So sei Ryuk im Oktober 2020 etwa für 75 Prozent der Angriffe auf das amerikanische Gesundheitswesen verantwortlich gewesen.
In Basel arbeitet man derweil auf Hochtouren daran, Daten zu retten und die Auswirkungen des Angriffs einzudämmen. Wie viele Daten wiederhergestellt werden können ist laut Mitteilung momentan noch unklar. Da auch die E-Mail-Systeme betroffen sind, musste die Gewerbeschule die Lernenden und Lehrpersonen per Post über den Vorfall informieren. Zum Schulbeginn soll nun eine externe Website eingerichtet werden, auf der sich Lernende mit Fragen an die Schule wenden können. Immerhin seien die Server der Schulverwaltung vom Hackerangriff verschont geblieben, heisst es abschliessend.




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