Wissen 04.09.2022, 18:22 Uhr

IT-Abkürzungen einfach erklärt

Wenn die IT-Welt etwas liebt, dann sind es Abkürzungen. Wir haben einige der wichtigsten und interessantesten für Sie herausgesucht und erklären diese.
(Quelle: Shutterstock/TierneyMJ)
Von 2FA und API über BSoD bis hin zu WYSIWYG – die Computerwelt kennt unzählige Abkürzungen. Ob im Umgang mit Hardware und Software oder beim Kauf: Es lohnt sich auf jeden Fall, die gängigen IT-Abkürzungen zu kennen. Bevor wir alphabetisch vorgehen, starten wir zuerst mit zwei besonders wichtigen Begriffen.

IT/EDV

Beginnen wir mit dem Titelthema: Die Abkürzung IT steht für die englischen Begriffe Information Technology. Das könnte man auf Deutsch als Informationstechnologie übersetzen, weshalb die Abkürzung IT auch in unserem Sprachraum geläufig ist. Hartnäckig hält sich auch die Abkürzung EDV (Elektronische Datenverarbeitung). Diese liest sich zwar schon recht angestaubt, lässt sich aber trotzdem nicht kleinkriegen.
Beide Abkürzungen stehen übrigens als Oberbegriff für Dinge, die mit Rechnern zu tun haben.

TL;DR

Falls Sie keine Lust haben, diesen ganzen Artikel zu lesen, sagen Sie einfach TL;DR. Der Begriff steht für den Satz «Too long; didn’t read». Zu Deutsch: «Zu lang, nicht gelesen» und kann auf zwei Arten verwendet werden: einerseits als schnippische Antwort auf eine längere Ausführung in einer Diskussion oder als Überschrift für eine Zusammenfassung. Ab jetzt fahren wir aber alphabetisch fort.

2FA/MFA

Das Kürzel 2FA steht für die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Der Begriff MFA bezeichnet die Multi-Faktor-Authentifizierung. Beide beschreiben eine Authentifizierung, bei der zwei (2FA) oder mehrere (MFA) Kontrollpunkte für einen Login-Versuch verwendet werden. Die klassische Variante ist zum Beispiel ein Passwort plus ein Code, der per SMS aufs Smartphone oder über eine E-Mail verschickt wird.

AI/KI

Artificial Intelligence, zu Deutsch künstliche Intelligenz, bezeichnet eine Software, die intelligent arbeitet. Die genaue Definition ist schwammig. So beinhaltet KI komplett Vorprogrammiertes wie PC-Gegenspieler, aber auch wirklich selbstlernende Software.

AFK

Away from Keyboard (weg von der Tastatur). Ein Ausdruck, der ursprünglich aus dem Gaming kommt. Das heisst, die Person ist gerade nicht am Rechner.

API

Application Programming Interface. Eine Schnittstelle, die einen spezifisch definierten Datenzugriff ermöglicht. Ein Software-Entwickler kann mit einem API Zugriff auf bestimmte Daten von aussen ermöglichen. Beispielsweise können Social-Media-Tools auf statistische Daten von Twitter zugreifen, ohne einen kompletten Zugriff auf das Konto zu benötigen.

AR

Augmented Reality. Anders als bei der Virtual Reality wird in AR die Aussenwelt nicht ab­geschirmt, sondern miteinbezogen und durch digitale Elemente ergänzt. Die Brille Google Glass war eine frühe Form von AR; weniger unterhaltsam als VR, aber eigentlich viel praktischer, Bild 1.
Bild 1: Die HoloLens von Microsoft ist aktuell das grösste AR-Projekt
Quelle: Microsoft

AV

Ein Antivirus ist auf allen Windows-Geräten Pflicht. Meistens reicht aber die eingebaute Variante von Microsoft, die in den letzten Jahren markant besser geworden ist. Für Hochrisiko-Nutzer kann sich zusätzliche Software lohnen. Auf dem Mac wird AV zunehmend ein Thema, ist aber für viele Nutzer immer noch unnötig.

AWS

Über ein Drittel des Internets läuft auf AWS, die Amazon Web Services. Das sind die Cloud-Dienste von Amazon. Darum kann es sich Firmenchef Jeff Bezos auch leisten, die Amazon-Webseite so scheusslich zu belassen.

Bit & Co.

Ja, Bit ist eine Abkürzung und steht für Binary digit, also binäre Ziffer. 8 Bit sind 1 Byte. Wichtig dabei: Bit wird mit einem kleinen «b» abgekürzt, Byte mit einem grossen «B». Das wird im Marketing gerne ausgenutzt. Beispielsweise sind Internetverbindungen meistens mit b/s angegeben, obwohl Datenmengen häufiger B verwenden. Eine 800-Mb/s-Leitung schafft nur 100 MB/s, die höhere Zahl klingt aber besser.

BT

Die Abkürzung BT wird für zwei populäre IT-Begriffe verwendet: Bluetooth und BitTorrent. Die kabellose Verbindungstechnologie Bluetooth kennt praktisch jeder.
Die Peer-to-Peer-Technologie BitTorrent ist etwas nerdiger. Damit lassen sich auch grosse Daten übers Internet einfach mit anderen Nutzern teilen, was natürlich auch unter Software-, Musik- und Film-Piraten beliebt ist. Entgegen der oft verbreiteten Behauptung ist BitTorrent per se nicht illegal, wird aber oft für illegale Zwecke verwendet.

BYOD

Bring Your Own Device (zu Deutsch Bring dein eigenes Gerät) ist bei kleineren Betrieben beliebt, um Kosten zu sparen. Angestellte arbeiten dabei mit privaten Geräten. Problemstellen gibt es bei der Trennung von Privat­leben und Beruf, Malware, Datensicherheit und bei der Frage, wie Hardware-Verschleiss verrechnet wird.

BSoD

Der Blue Screen of Death ist eine berüchtigte Windows-Fehlermeldung mit blauem Bildschirm. Diese erscheint üblicherweise nach einem Komplettabsturz und bringt oft schlechte Nachrichten für den Nutzer. Ganz so schlimm, wie der Name es vermuten liesse, ist der BSoD aber nicht. Zumindest der Teil mit dem «Death» ist meistens eine Übertreibung.

CAPTCHA

«Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart»: Das womöglich schlechteste Akronym für eine mühsame Technologie, die aber funktioniert. Mit Captcha-Eingaben sollen Roboter ausgesperrt werden, etwa als Schutz vor Spam, Bild 2.
Bild 2: Die Captcha-Erkennung nervt hauptsächlich, ergibt aber Sinn
Quelle: PCtipp.ch

CC/BCC

Im E-Mail-Verkehr steht CC für Carbon Copy, was dem deutschen Durchpausen mit Pauspapier entspricht. In der digitalen Welt steht es für zusätzliche Empfänger, die aber nicht zu den Hauptempfängern gehören. CCs sind für alle Empfänger der Mail sichtbar. Möchte man einen Empfänger also verschleiern, verwendet man BCC (Blind Carbon Copy).

CPU

Die Central Processing Unit ist der Hauptprozessor eines jeden Rechners. Ohne geht nichts.

CSV

Dieser Abkürzung begegnet man vor allem in der Datenverarbeitung. CSV steht für Commaseparated values, also kommagetrennte Werte. Dabei handelt es sich um eine Methode, Daten zu speichern, bei der einzelne Werte mit Kommas voneinander abgetrennt werden. Das ist nicht gerade elegant, kann aber praktisch universell verwendet werden, da sich das System fast jeder Software einfach beibringen lässt.

DAU

Der «Dümmste anzunehmende User» ist eine legendäre Gestalt, die besonders bei PC-Supportern Angst und Schrecken verbreitet. Der DAU korrigiert Fehler in Word mit Tipp-Ex auf dem Bildschirm und sucht noch immer verzweifelt den Any-Key.

DB

Beim PCtipp denken wir sofort an unseren Hardware-Chef Daniel Bader. Für den Rest der IT-Welt steht DB jedoch für Datenbank.

DDOS

Distributed Denial of Service. Bei einer «Denial of Service»-Attacke wird ein Server mit Anfragen zugemüllt, bis er abschmiert. Das «Distributed» (zu Deutsch: verteilt) zeigt, dass die Attacke von vielen Angriffspunkten erfolgt. Meistens ­geschieht das über ein Botnetz, ein Netz von verseuchten PCs.

DNS

Steht für das Domain Name System. Dieser Dienst übersetzt menschliche Namen wie Domains in maschinelle Adressen wie IPs. Also quasi das Telefonbuch des Internets.

DRM

Digital Rights Management (digitale Rechteverwaltung). Digitale Methoden, mit denen das Copyright automatisch durchgesetzt werden kann.

DSGVO/GDPR

Datenschutz-Grundverordnung bzw. General Data Protection Regulation. Eine vergleichsweise junge EU-Datenschutzverordnung. Hat das Internet und den Umgang von Unternehmen mit Daten grundlegend verändert.

EFF

Electronic Frontier Foundation. Die EFF setzt sich primär für die Rechte von Internetnutzern ein. Wichtige Themen sind dabei Datenschutz und Privatsphäre, Bild 3.
Bild 3: Die EFF setzt sich für Nutzerrechte im Internet ein
Quelle: PCtipp.ch

EULA/ToS

End User License Agreement (Endnutzer-Lizenzvereinbarung). In diesem Dokument ist vermerkt, was man bei der Nutzung einer Software tun darf und was nicht. Die Terms of Service sind ungefähr das Gleiche, gelten aber für Dienste.

FOSS

Free and Open Source Software. Software mit dieser Bezeichnung ist kostenlos und quelloffen. Sie wird von einer offenen Gemeinschaft entwickelt und ist nicht kommerziell.

FPS/Hz

Frames per Second (Bilder pro Sekunde). Damit wird die Bildwiederholrate in vielen Geräten und Programmen angegeben. Wichtig z. B. bei Games oder in der Videografie. Wird oft auch in Hertz (Hz) angegeben, da Hz schlicht für x-mal pro Sekunde steht.

GPU

Graphics Processing Unit; die Grafikeinheit eines Rechners. Bei PCs meistens eine Grafikkarte oder ein Grafikchip. Bei kleineren Geräten wie Smartphones sind es oftmals nur einzelne Einheiten auf einem einzelnen Chip, Bild 4. Siehe auch SoC.
Bild 4: Die Grafikkarte berechnet komplexe 2D- und 3D-Inhalte
Quelle: Nvidia

GUI

Graphical User Interface (grafische Nutzerschnittstelle). Alles Visuelle, das wir auf dem Bildschirm sehen, ist nur für uns Menschen da. Der PC braucht das im Prinzip nicht. Daher kann eine Software grundsätzlich auch ohne GUI auskommen, sofern sie keine Nutzerinteraktion braucht.

HDD

Bild 5: Die gute alte magnetische Festplatte ist fast nur noch in Netzwerkspeichern relevant
Quelle: Western Digital
Hard Disk Drive, Bild 5. Die gute alte Festplatte. Siehe auch SSD.

HDMI

High-Definition Multimedia Interface. Der am weitesten verbreitete Bildübertragungsstandard. Leitet Audio und Video per Kabel vom Rechner zum Bildschirm. Bei PCs ist auch der eigentlich leistungsfähigere Standard DisplayPort beliebt. Dieser bekommt besonders mit den neuen USB-C-Kabeln Aufwind.

HID

Human Interface Device. Unter diesem Sammelbegriff, der grob als «menschliches Schnittstellengerät» übersetzt werden kann, sind alle möglichen Geräte versammelt, mit denen der Nutzer den Rechner bedient – nicht ganz das Gleiche wie Peripherie, aber grösstenteils deckungsgleich.

HTML

Hypertext Markup Language. Eine dieser Technologien, die von vielen Menschen verwendet wird, ohne dass sie davon wissen. Praktisch jede Webseite der Welt basiert grösstenteils auf HTML. Webseiten werden mit der Sprache HTML aufgebaut.

HTTP/HTTPS

Hypertext Transfer Protocol (Secure). Ein Internetprotokoll, das den Datenverkehr im Internet reguliert. HTTP kommt vor allem bei der Übertragung von Webseiten zum Einsatz.




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