Netzteilkauf 09.02.2018, 11:55 Uhr

PC-Netzteil kaufen: Das sollten Sie beachten

Ein zu schwaches oder billiges Netzteil führt zu einer Unterversorgung des PCs. Worauf es beim Netzteilkauf ankommt, erklärt der PCtipp in diesem Ratgeber.
Wenn Sie ein neues Netzteil für Ihren Rechner kaufen, sollten Sie einige Punkte beachten. Gleich vorweg die wichtigste Devise: Sparen Sie nicht beim Netzteil, denn ein minderwertiger Stromspender kann im schlimmsten Fall zu Schäden an Ihren PC-Komponenten führen. Darauf kommt es an.

Welches Netzteil für welchen Rechner?

Wenn es sich nur um einen typischen Rechner mit den wichtigsten Grundkomponenten ohne zig Extrafestplatten oder mehreren Grafikkarten handelt, kann man die Leistungsklassen nach drei Bereichen einordnen.
  • Office-PC: Hier reicht schon ein Netzteil mit 350 oder 400 Watt.
  • Multimedia-PC: Bei einem leistungsfähigeren Mittelklasse-PC, der aber nicht auf Spiele ausgelegt ist, genügt oft ein Netzteil zwischen 450 und 550 Watt.
  • Gamer-PC: Ein Gamer-PC mit starker Hardware benötigt viel mehr Strom. Bei einem Spielerechner brauchen Sie je nachdem sogar mehr als 600 Watt.

Onlinerechner

Sogar die Netzteilhersteller bieten kleine Onlinehilfen an, mit denen man die nötige Kapazität des neuen PC-Stromspenders ausrechnen kann. Eine gute Stütze etwa ist das Tool von be quiet!. Damit können Sie schnell überprüfen, wie es um die Watt-Kapazität bestellt ist. Eventuell müssen Sie auch kurz in Ihr Gehäuse schauen oder Ihr Handbuch des PCs/Motherboards hervorkramen, aber grosso modo sollten Sie nur Ihren Prozessor, die Grafikkarte und die Anzahl angeschlossener Festplatten kennen. Und natürlich müssen Sie nicht primär eines der Netzteile des Herstellers kaufen, die Ihnen angeboten werden. Es gäbe auch noch Anbieter wie Seasonic, Corsair oder Cooler Master.
Ein typischer Onlinerechner eines Netzteilherstellers
(Quelle: Screenshot / PCtipp)
Wenn Sie im Sinn haben, Ihre Grafikkarte auszuwechseln, müssen Sie bei den Onlinetools nur die Modellbezeichnung eingeben. Vertrauen Sie bei einem neuen Grafikbeschleuniger aber nicht immer auf die Watt-Angaben von Nvidia & Co. Manchmal sind diese Werte etwas hoch dotiert, weil man dem Gamer natürlich am liebsten noch eine zweite Grafikkarte schmackhaft machen möchte. Eine Nvidia GeForce GTX 1080 mag vielleicht zeitweise über 150 Watt verbraten, verbraucht aber nicht ständig 200 Watt.

Der Wirkungsgrad eines Netzteils

Ein Netzteil ist nur gut, wenn es seinen eingehenden Strom auch effizient an die bedürftigen Komponenten abgibt. Denn: Billige Netzteile haben auch billige Wandler. Verfügt das Netzteil etwa über einen Wirkungsgrad von nur 50 Prozent, kommen bei einem Strombezug von 400 Watt nur 200 Watt Leistung beim System an. Hochwertige PC-Netzteile bringen es aber auf einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Die bekannteste Kennzeichnung, die fast alle bekannten Hersteller angeben, basiert auf der sogenannten 80-Plus-Initiative des Unternehmens EPRI-Solutions. Diesen Labels begegnen Sie auch öfter in Onlineshops (siehe Bild).
Qualitativ hochwertige Netzteile sind entsprechend gekennzeichnet
(Quelle: superuser.com/EPRI Solutions)
Das Logo erkennen Sie in vielen Onlineshops anhand der verschiedenen Abstufungen: Bronze, Silber, Gold, Platin und Titan. Schliesslich muss es aber nicht immer «Gold» sein, wenn Sie ein brandneues Netzteil kaufen. Ein gutes Qualitätsindiz ist aber das 80er-Label und eine geboxte Retail-Version (mit Verpackung, Anleitung und Garantie). Ein Netzteil muss einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent erreichen, um den Stempel des 80-Plus-Logos zu erhalten. Für Endverbraucher weniger relevant ist die zusätzliche Effizienztabelle, die den Auszeichnungen manchmal angehängt ist. Ausgewiesen werden dabei die Netzteile nach Auslastungen (25/50 und 100 Watt).
Wirkungsgrad beim Netzteil
Zertifizierung Effizienz bei einer Eingangsspannung von 115 Volt
Auslastung bei 20 Prozent 50 Prozent 100 Prozent
80 Plus 80 Prozent 80 Prozent 80 Prozent
80 Plus Bronze 82 Prozent 85 Prozent 82 Prozent
80 Plus Silber 85 Prozent 88 Prozent 85 Prozent
80 Plus Gold 87 Prozent 90 Prozent 87 Prozent
80 Plus Platinum/Platin 90 Prozent 92 Prozent 89 Prozent
80 Plus Titanium/Titan 92 Prozent 94 Prozent 90 Prozent
Wirkungsgrad beim Netzteil
Zertifizierung Effizienz bei einer Eingangsspannung von 115 Volt
Auslastung bei 20 Prozent 50 Prozent 100 Prozent
80 Plus 80 Prozent 80 Prozent 80 Prozent
80 Plus Bronze 82 Prozent 85 Prozent 82 Prozent
80 Plus Silber 85 Prozent 88 Prozent 85 Prozent
80 Plus Gold 87 Prozent 90 Prozent 87 Prozent
80 Plus Platinum/Platin 90 Prozent 92 Prozent 89 Prozent
80 Plus Titanium/Titan 92 Prozent 94 Prozent 90 Prozent

Netzteilanschlüsse

Natürlich muss das Netzteil auch über ausreichend Anschlüsse verfügen. Dabei elementar ist der Hauptanschluss des 24-Pin-Steckers, der Ihr Motherboard mit Energie versorgt. Bei vielen Netzteilen ist dieser zudem unterteilt in einen 20-Pin- und einen 4-Pin-Stecker. Beide Stecker zusammen werden am Mainboard angeschlossen. Grafikkarten ziehen ebenfalls ordentlich Strom aus dem Netzteil. Für moderne Spielegrafikkarten muss eine zusätzliche Stromversorgung her, erkennbar an den sechs- oder achtpoligen Steckern, die am grossen Grafikbeschleuniger angesteckt werden (siehe Bild unten).
Heute gebräuchliche Netzteilanschlüsse
(Quelle: Cooler Master)

Die wichtigsten Anschlusskabel

Leistungsfähigere Karten wie eine GeForce GTX 1080 benötigen zwei 8-Pin-Stecker. Prozessoren beanspruchen über ein vierpoliges Kabel eine zusätzliche Stromversorgung. Festplatten und CD/DVD-Laufwerke benötigen ebenfalls Strom über flache vierpolige Stecker, die Sie meistens an der Aufschrift HDD/DVD erkennen. Die flachen SATA-Stecker sind für Festplatten/SSDs gedacht, die kleinen drei- oder vierpoligen Mini-Stecker für Gehäuselüfter.


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