RAM - Arbeitsspeicher 27.11.2019, 14:52 Uhr

Ein Modul, das die Leistungsfähigkeit eines PC wesentlich beeinflusst

Der Arbeitsspeicher, auch Hauptspeicher genannt, ist der zentrale Speicher für alle Daten, die gerade ausgeführt werden. Welche Arten gibt es? Wie viel Speicher macht Sinn?
(Quelle: Recklessstudios auf Pixabay )
Der Arbeitsspeicher wird direkt an den Prozessor angebunden, weshalb die Grösse und Datenübertragungsgeschwindigkeit des RAM die gesamte Leistungsfähigkeit des Computers beeinflusst. In Desktop-PCs wird der Arbeitsspeicher modular installiert, weswegen er sowohl erweiterbar- als auch austauschbar ist. Anders verhält es sich bei vielen kompakten Notebooks, wie zum Beispiel Netbooks oder Ultrabooks. Bei ihnen wird das Speichermodul fest verlötet, sodass ein Austausch nicht möglich ist.
Bei dem Arbeitsspeicher handelt es sich um keinen permanenten Speicher. Folglich dient er nicht wie eine Festplatte zum dauerhaften Sichern der Daten, sondern vielmehr zur Verarbeitung laufender Programme und Prozesse. Wird die Stromzufuhr unterbrochen, gehen diese Daten verloren und das Speichermodul ist beim nächsten Systemstart wieder frei.

Eine Kurzzusammenfassung zu der Geschichte des Arbeitsspeichers

In der Geschichte der Computertechnik besassen die ersten Rechner keinen Arbeitsspeicher. Das Abspielen von Programmen erfolgte durch fest verdrahtete Medien, wie beispielsweise Lochstreifen, deren Informationen direkt nach dem Lesen ausgeführt wurden.

Zu den ersten Arbeitsspeichern zählen Magnetkernspeicher, die die vorliegenden Informationen auf kleinen Ferritkernen abspeicherten. In den 70er Jahren konnte ein Grosscomputer mit Magnetspeicher maximal ein Megabyte verarbeiten. In diesen Speichern lief nicht nur das Programm, sondern auch die Verarbeitung der entsprechenden Daten.

Ein enormer Sprung in puncto Arbeitsspeicher ging mit der Entwicklung der Mikroelektronik einher. Mithilfe der integrierten Schaltungen konnten nun leistungsfähigere Mikroprozessoren hergestellt werden, die mit jeweils 1 KiBit acht Schaltungen gemeinsam adressierten. Ende der 70er Jahre wurde schliesslich der dynamische Arbeitsspeicher erfunden, der die Daten auf einem Kondensator speicherte. In den 80er Jahren wies ein solcher RAM typischerweise 64 Kibit pro integrierter Schaltung auf, von denen immer noch acht gemeinsam arbeiteten.

Seitdem hat sich der grundlegende Aufbau von Arbeitsspeichern kaum verändert. Im Fokus der rasanten Weiterentwicklung von Rechnern stehen vor allem die Speicherkapazität sowie die Datenübertragungsrate der modernen RAMs.

Zu den grössten Herstellern der Speicherchips zählen unter anderem Samsung, Toshiba, Micron Technology und Windbond sowie einige weitere, die sich insgesamt 97 % des Marktanteils teilen. Die Anbieter der Speichermodule, wie beispielsweise Corsair, kaufen die Chips der genannten Hersteller und verlöten sie auf ihren eigenen Platinen, wodurch durchaus unterschiedliche Spezifikationen entstehen können. Kaufen Sie beispielsweise einen Corsair-RAM bei mindfactory, erhalten Sie mit der Vengeance LPX 4x 8GB ein Speicherkit mit einer Taktrate von 3.600 MHz, während Crucial mit der Ballistix Sport LT in der gleichen Kit-Grösse lediglich 2.400 MHz aufweist. 

Ein Vergleich der technischen Daten lohnt sich dementsprechend immer.

Welche Arten von Arbeitsspeichern gibt es?
Arbeitsspeicher unterscheiden sich vorwiegend in ihrer Bauform und dem Speichertyp. So werden in Desktop-PCs zumeist RAMs im Standard-DIMM-Format verbaut, während Notebooks und Laptop auf die kompaktere Form des SO-DIMMs zurückgreifen.

In puncto Speichertyp hat sich der DDR-Speicher durchgesetzt. In modernen Laptops und Desktop-PCs sind DDR3-Module oder die noch schnelleren DDR4-Speicher verbaut. Der Unterschied zwischen beiden Speichertypen zeichnet sich vor allem bei der Anzahl der verbauten Kontakte ab. Im DDR3-Modul finden sich 240 Kontakte und im DDR4-RAM 288 Kontakte, wodurch bei letzterem höhere Taktraten erreicht werden. Allerdings sind die Timings beim DDR4-Arbeitsspeicher schlechter als beim DDR3-Speicher.

Der grosse Vorteil von DDR4-RAMs besteht jedoch darin, dass die Speicherkanäle nicht mehr blockweise bestückt werden müssen. Dadurch erhöht jeder zusätzlich installierte RAM-Riegel die Transferrate sofort.
Die nächste Weiterentwicklung des DDR-Arbeitsspeichers wird wohl frühestens 2020 in Form des DDR5-Speichers in Erscheinung treten.

Wie viel Arbeitsspeicher ist sinnvoll?

Wie viel Arbeitsspeicher für Sie sinnvoll ist, richtet sich vor allem nach den geplanten Aktivitäten am PC. Für normale Office-Anwendungen, Internet und Videostreaming reichen im Grunde 4 GB Arbeitsspeicher völlig aus. Sollten Sie jedoch häufig im Multitasking-Betrieb arbeiten, empfehlen sich bereits 8 GB. Damit laufen Sie nicht Gefahr, dass einzelne Programme stocken oder langsam laden.

Für anspruchsvolles Gaming bei zeitgleichem Streamen sollten ebenfalls mindestens 8 GB verbaut sein. Für zukünftige Spiele, deren Anforderungen an den PC immer höher werden, sollten allerdings 16 GB bereitgestellt werden.

Wer an seinem Desktop-PC anspruchsvolle Bild- und Videobearbeitungen vornimmt und als Content-Creator tätig ist, der benötigt für die entsprechenden Simulationen mindestens 32 GB, um die rechenintensiven Arbeiten schnell und flüssig zu absolvieren.

Mehr als 64 GB RAM finden sich hingegen zumeist nur in Serverstationen oder Workstation, wo eine Fülle an Daten gleichzeitig bearbeitet werden muss.
 


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