Neue Forschung 09.10.2015, 09:41 Uhr

Champignons sollen Akkulaufzeit verlängern

Forscher haben aus Pilzen eine Anode für Lithium-Ionen-Akkus entwickelt. Aufgrund ihrer porösen Beschaffenheit sollen sich Champignons ideal zur Energiespeicherung eignen.
(Quelle: Shutterstock/D7INAMI7S)
Forscher des Bourns College of Engineering haben aus Pilzen eine Anode für Lithium-Ionen-Akkus entwickelt, mit der sich die Laufzeit signifikant verlängern lassen soll. Dabei handele es sich um eine umweltfreundliche Alternative zum normalerweise verwendeten Graphit. Eingesetzt wurde der Zweisporige Egerling, der auch als Zuchtchampignon bekannt ist. Die Forscher hoffen damit, den Einsatz von Chemikalien reduzieren zu können.
Leerer Akku: Können ausgerechnet Champignons die Laufzeit verlängern?
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"Es würde mich sehr überraschen, wenn man die Pilze nicht auch bearbeiten, reinigen und aufbereiten müsste, was wohl auch nicht ganz ohne den Einsatz von Chemie möglich sein dürfte", sagte Herbert Diemling, Approval Manager bei Kapsch TrafficCom. Generell sei der Ersatz nachwachsender Rohstoffe in technischen Produkten zu begrüssen und zu unterstützen. Intensiv werde auch am Einsatz von Graphen geforscht. "Der Schlüssel dabei ist die grosse Oberfläche. Dabei sehe ich auch die Parallele zu den Pilzen und zum beschriebenen Effekt einer Art Regeneration", so Diemling.
Den Forschern zufolge sind die Pilze aufgrund ihrer porösen Beschaffenheit ideal, um Energie zu speichern und zu übertragen. Eine hohe Konzentration an Kaliumsalz sorge zudem für mehr leitfähiges Material. Dadurch nehme die Kapazität des Akkus zu, während die Kapazität herkömmlicher Akkus mit der Zeit für gewöhnlich abnimmt. Ein zusätzlicher Vorteil bestehe im umweltschonenden und kostengünstigen Anbau der Pilze.

Praktischer Einsatz realistisch

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Graphit- durch Pilzanoden ersetzt werden können. "Mit diesen Alternativmaterialien kann die Laufzeit zukünftiger Smartphones nach vielfachem Nutzen sogar verlängert werden", erklärt Brennan Campbell des Bourns College of Engineering. Normalerweise käme es bei Kohlenstoffmaterialien wie Graphit über einen längeren Zeitraum zu einer Verringerung. Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift "Scientific Reports" veröffentlicht. (www.pressetext.com)




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