Werksbesichtigung 13.03.2019, 16:42 Uhr

HCL gibt Ausblick auf neues Notes und Domino

An einer Werksbesichtigung in Mailand hat der IT-Konzern HCL seinen Kunden und Partnern einen Ausblick auf die Zukunft von Notes und Domino gegeben.
(Quelle: one photo / Shutterstock.com)
Das IT-Unternehmen HCL hatte im Dezember vergangenen Jahres IBMs Collaborations Solutions übernommen. Zum veräusserten Produktportfolio zählen auch die populären Notes und Domino. Nun hat HCL an einer Werksbesichtigung in der Niederlassung in Mailand einen Ausblick auf die Weiterentwicklung von Notes, Domino & Co. gegeben. Vor Ort waren gut 120 Kunden und Partner, darunter auch Vertreter der "Schweizer Notes User Group" (SNoUG). Der Präsident Helmut Sproll und sein Stellvertreter Andrew Magerman fassen die wichtigsten Erkenntnisse des Anlasses zusammen.
SNoUG-Präsident Helmut Sproll gibt einen Überblick über die neuen Notes und Domino.
Quelle: Cross-Works
Nach Ansicht von SNoUG hat HCL offenbar erkannt, dass die schnelle und relativ günstige Erstellung robuster Anwendungen die zentrale Stärke von Notes und Domino ist. Allerdings hat der Konzern auch realisiert, dass der Spagat zwischen dem Erhalt der bestehenden Funktionalität und einem modernen, schnellen Client, der sich leicht installieren und supporten lässt, recht gross ist.
So entwickelt HCL parallel zum klassischen Client ein Produkt namens "Nomad". Die von IBM als "Domino Mobile Access" vermarktete Lösung ist im Prinzip ein vollwertiger Notes-Client. Er soll auf dem iPad sowie schon bald auch unter Android und auf dem iPhone laufen. Dank Replizierung funktioniert Nomad auch offline und bietet dabei zum Beispiel eine lokale Volltextsuche. HCLs Strategie ist es offensichtlich, im neuen Thin Client die Anwendungen via Nomad verfügbar zu machen.
Andrew Magerman von der SNoUG fasst die Neuerungen in Notes und Domino zusammen
Quelle: Magerman
Den klassischen Notes-Client wird HCL hauptsächlich aufgrund der Rückwärtskompatibilität auf eher kleiner Flamme à jour halten. Parallel dazu die moderneren Thin Clients (Nomad) und die neue Anwendung "HCL Places" als erwünschte Alternative vorantreiben. Bei Places handelt es sich um einen neuen Client, mit dem sich unter anderem Low-Code-Anwendungen realisieren lassen und der ausserdem einen Chat-Client beinhaltet.

Verse, Sametime, Connections

Verse positioniert HCL als Ersatz für iNotes, den bisherigen Web-Client für E-Mail, Kalender und Kontakte. Das Programm wird nach den Worten der Entwickler im laufenden Jahr "substanzielle Erweiterungen" erfahren.
Auch das im Notes/Domino-Umfeld weit verbreitete Sametime wird im Laufe des Jahres in überarbeiteter Form verfügbar sein. Administratoren warten hier hauptsächlich auf die reduzierte Komplexität bei Installation und Konfiguration. Für Benutzer dürfte der Device-übergreifende Chat von Interesse sein. Damit werden sie zukünftig auf unterschiedlichen Geräten gleichzeitig angemeldet sein können und die Chat-Sessions werden über alle angemeldeten Geräte hinweg synchronisiert.
Für den Verse-Client will HCL noch in diesem Jahr ein grosses Update liefern
Quelle: IBM
Auch Connections wird HCL von IBM übernehmen. Diese Entscheidung wurde wohl erst in aller letzter Minute getroffen und so war zu den Plänen für Connections in Mailand nichts zu hören, berichtet SNoUG. Allerdings ist Jason Roy Gary (bei IBM als "Mister Pink" das Gesicht für die Zukunft von Connections) als einer der ersten zu HCL gewechselt. Insofern darf erwartet werden, dass Connections eine Zukunft hat.
Unverkennbar hat HCL in diversen Bereichen noch viel Arbeit vor sich. So hat zum Beispiel die Bereitstellung und der praktisch sofortige Rückzug der Sprachpakete während des Starts von Notes 10 gezeigt, dass die von IBM übernommenen Prozesse mitunter nicht richtig adaptiert wurden. Dennoch: HCL hat schnell reagiert und will zukünftig parallel zur englischen Version von Notes und Domino auch lokalisierten Produkte liefern. Angestrebt wird auch, dass alle Clients (wie den Mac-Client) und sämtliche damit direkt in Verbindung stehende Lösungen (zum Beispiel Sametime) zeitgleich vorgestellt werden.



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