IT-Stilllegung 18.04.2019, 07:53 Uhr

Data Migration Services will an SAP-Projekten mitverdienen

Das Kreuzlinger Software-Haus Data Migration Services will Firmen rund um den Globus bei der SAP-Migration helfen. Dafür bietet das Unternehmen eine Lösung für IT-Stilllegungen an.
Tobias Eberle von Data Migration Services plant die internationale Expansion
(Quelle: Data Migration Services)
Weltweit stehen in den nächsten Jahren über 50'000 SAP-Migrationsprojekte an. Alle heutigen Kunden des ERP-Marktführers müssen ihre Software aktualisieren. Denn der Support für das bisherige System ECC 6.0 läuft 2025 aus. Einen Teil dieses Geschäfts beansprucht das Software-Haus Data MigrationServices aus Kreuzlingen für sich, sagte Gründer Thomas Failer an einem Medienanlass am Mittwoch in Zürich. Seine Firma und Technologie sei in der SAP-Community konkurrenzlos – und führend im Nischenmarkt für IT-Stilllegungen. Dennoch: Auch die Nische ist 100 Millionen Franken gross, sagte Failer.
Data Migration Services hat eine Software entwickelt, mit der Kunden die Geschäftsdaten von Altsystemen abzügeln und auf einer Standard-Plattform sichern können. Diese Praxis hat laut CEO Tobias Eberle drei Vorteile: Eine Migration wird weniger aufwendig, da nicht der gesamte Datenbestand mitgenommen werden muss. Und die Systeme für die Altdaten können abgeschaltet werden. Drittens erlaubt die «Jivs»-Lösung von Data Migration Services den vollen Zugriff auf die Legacy-Daten, ist im Betrieb aber günstiger als die Altsysteme. Alle drei sind gute Argumente für den Einsatz von Jivs bei einer anstehenden ERP-Migration, meinte Eberle an dem Anlass.
Zustimmung findet der CEO offenbar beim Schweizer Industriekonzern ABB, dem Chemieriesen Bayer (Deutschland), dem Energiekonzern Chevron (Südafrika), dem IT-Anbieter HP (USA), dem Schweizer Baustoffhersteller LafargeHolcim, dem Konsumgüterproduzent Procter & Gamble (USA) und dem Minenbetreiber Seriti (Südafrika). Sie alle haben im vergangenen Jahr ein IT-Stilllegungsprojekt mit der Software aus Kreuzlingen lanciert, sagte Eberle. An der Aufzählung ist gut abzulesen, dass Data Migration Services mehrheitlich global tätig ist. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen ausserhalb von Europa – wächst so jährlich um 50 Prozent, wie der CEO nachdoppelte.

Büros weltweit, Entwicklung in der Schweiz

Diese Wachstumsrate möchten Failer und Eberle gerne auch in den nächsten Jahren erreichen. Dafür plane das Unternehmen die Internationalisierung. Ab Anfang Mai ist die neu gegründete Data Migration International mit einem Sales Office in Dallas (US-Bundesstaat Texas) präsent, wo bis Ende Jahr fünf Personen beschäftigt sein sollen. Weiter werden am SAP-Hauptsitz im deutschen Walldorf sowie bei SAP Schweiz in Regensdorf «Representation Offices» eröffnet, sagte Eberle. Für das kommende Jahr seien dann Niederlassungen im Vereinigten Königreich, Südafrika und in der Region Asia Pacific geplant.
Failer betonte im Zusammenhang mit der anstehenden Expansion allerdings auch die Wichtigkeit des Standorts Schweiz: «Unser Ziel ist es nach wie vor, Delivery, Marketing, Presales und selbstverständlich die Entwicklung unserer Lösungen aus der Schweiz heraus zu betreiben», sagte er. Hier will der Firmeninhaber auch das Entwickler-Team ausbauen. Dieses soll im laufenden Jahr um zehn Software-Architekten und -Ingenieure erweitert werden. Bis Ende 2020 sollen allein in Kreuzlingen mehr als 25 Mitarbeiter eingestellt werden. Heute beschäftigt Data Migration Services dort rund 40 Angestellte und knapp 30 externe Mitarbeiter.

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