08.09.2006, 00:00 Uhr

Microsoft will EU mit möglicher Vista-Verschiebung Druck machen

Der Kartellstreit zwischen Microsoft und der Europäischen Kommission geht in die nächste Runde. In einem gestern, Donnerstagabend, veröffentlichten Statement hat Microsoft in den Raum gestellt, dass der Starttermin von Windows Vista in Europa aufgrund weiterer Bedenken der europäischen Kartellhüter erneut verschoben werden könnte. Eine derartige Entscheidung ziehe schwerwiegende Konsequenzen für die gesamte IT-Branche und zehntausende Unternehmen nach sich. Die Kommission müsse sich dessen bewusst sein, warnt Microsoft. Abseits des politischen Tagesgeschäfts müsse sich die Kommission den Auswirkungen einer etwaigen Verschiebung auf den europäischen Wirtschaftsstandort bewusst sein, zumal man sich seit 15 Monaten in intensivem Austausch mit der Kommission befinde und konkrete Lösungsvorschläge für strittige Bereiche vorgelegt habe.

Unterstützung erhält Microsoft offensichtlich durch vier EU-Parlamentarier, die sich bei der Kommission über die anhaltende Verfolgung von Microsoft und die dadurch ausgelösten Risiken für die IT-Branche beschwert haben. Seit die Redmonder Anfang Juli dieses Jahres zu einer weiteren Strafe von 281 Mio. Euro aufgrund kartellrechtlicher Versäumnisse verdonnert wurden, haben beide Seiten nicht mit öffentlicher Kritik gespart. Auf die jüngste Microsoft-Drohung der Verschiebung zeigte die Kommission naturgemäss wenig Verständnis. "Es hängt einzig und allein an Microsoft, sich an die gültigen Wettbewerbsbestimmungen der EU zu halten. Die Kommission kann sicherlich nicht für eine etwaige Verschiebung von Vista verantwortlich gemacht werden", so die Kommission in einer Aussendung. (ph/pte) http://www.microsoft.com http://www.eu.int


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