23.06.2013, 00:00 Uhr

Europäische Datenschützer gegen Google

Europäische Datenschützer wollen Google bereits seit Monaten dazu bewegen, seine Datenschutzbestimmungen zu ändern. Nun wollen sie offiziell gegen den Konzern vorgehen. Auf frühere Aufforderungen, den Anwendern mehr Kontrolle über ihre Daten zu gewähren, hatte der Suchmaschinenriese nicht reagiert.
Datenschützer aus mehreren europäischen Ländern wollen Google dazu bringen, seine seit März 2012 geltenden Datenschutzbestimmungen zu ändern. Das berichtet das Nachrichtenportal heise online. Demnach will Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar in der nächsten Woche ein Verwaltungsverfahren eröffnen und den Konzern zu den erhobenen Vorwürfen anhören. Behörden aus Grossbritannien, den Niederlanden, Spanien und Italien und Frankreich planen entsprechende Schritte.

Die Datenschützer dieser Länder hatten bereits mehrmals Änderungen bei der Verknüpfung von Nutzerdaten von dem Suchmaschinenriesen gefordert. Das US-Unternehmen hatte auf die Forderungen allerdings nicht reagiert. Auch Gespräche zwischen Google und den Datenschützern blieben bisher fruchtlos. Durch seine Bestimmungen räumt sich Google das Recht ein, Daten seiner Nutzer umfassend und dienstübergreifend auszuwerten, ohne den Umfang und die Verarbeitungszwecke klar zu benennen.

Nun setzen die Datenschützer zum nächsten Schritt an. Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat dem Unternehmen eine dreimonatige Frist gesetzt, um seine Bestimmungen zu ändern. Eine aktuelle Stellungnahme von Google zu dem energischen Vorgehen blieb bislang aus. Im April hatte der Konzern allerdings betont, dass seine Nutzungsbestimmungen keinen Anlass zu einem Konflikt mit dem geltenden EU-Recht bieten würden.
Vor wenigen Tagen hat Google eine interaktive Rundlaufansicht in seiner Suchergebnisanzeige eingeführt. Dadurch sollen lokale Suchergebnisse besser hervorgehoben werden. (ph/iw)



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