06.02.2009, 00:00 Uhr

Preiszerfall sorgt für Umsatzrückgang im Schweizer PC-Markt

Der Schweizer Computer-Branche machte im vergangenen Jahr ein anhaltender Preiszerfall zu schaffen. Obwohl die verkauften Stückzahlen um 15.1 Prozent stärker als erwartet zunahmen, sank der Umsatz um knapp 2 Prozent auf 1.962 Mrd. Franken. Das entspricht Mindereinnahmen von 580 Mio. Franken. Gemäss dem vom Branchenexperten Robert Weiss vorgestellten Marktreport "Weissbuch 2009" betrug der Preisnachlass damit gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich 14.7 Prozent.
Insgesamt wurden 1.72 Millionen Desktop- und Mobilcomputer verkauft. Dabei legte das mobile Segment mit 24.4 Prozent deutlicher stärker zu als dasjenige der Desktop-Maschinen mit 4.5 Prozent. Der Anteil der mobilen Systeme ist in den letzten sieben Jahren von 31.8 auf 55.6 Prozent gestiegen und übertrifft damit die Verkaufszahlen der Desktop-PCs bereits deutlich. Erstmals wurden im vergangenen Jahr auch mehr mobile Systeme für den privaten als für den geschäftlichen Gebrauch verkauft.
Mit ein Grund für die Umsatzeinbusse ist gemäss Robert Weiss, dass sich das Windows-Betriebssystem Vista in der Geschäftswelt weiterhin nicht durchsetzen konnte. Da auch die Teilbereiche Server, Drucker und Displays unter einer starken Umsatzeinbusse litten, schrumpfte der gesamte PC-Markt um 12.2 Prozent auf 4.18 Mrd. Franken. Der Branche machen die stark fallenden Preise einiges Kopfzerbrechen, so Robert Weiss. Stark betroffen davon sind auch die Distribution und der Fachhandel, die mit deutlich geringeren Margen zu kämpfen haben.
In der Schweiz sind die durchschnittlichen Preise für vergleichbare IT-Produkte laut "Weissbuch" europaweit am niedrigsten. Kostete ein Notebook im Businesseinsatz im Jahr 2001 noch 3'500 Franken, so liegt der Durchschnittspreis heute bei 1'398 Franken. Heimgeräte verbilligten sich von 2'550 auf 1'036 Franken. Diese Werte entsprechen einem jährlichen Preisrückgang von 12.5 Prozent über die letzten sieben Jahre.
Bei den Anbietern vermochte HP seine dominate Stellung als Marktleader in der Schweiz auszubauen. Weitere Einbussen musste hingegen Dell in Kauf nehmen, die als Nummer zwei im Markt das dritte Jahr in Folge ein negatives Wachstum aufweist. Neben HP gewann auch Acer Marktanteile hinzu und wird wohl noch in diesem Jahr Dell auf Platz zwei ablösen. Die drei führenden Anbieter decken zusammen rund 60 Prozent des gesamten Schweizer Marktes ab. (jb) www.robertweiss.ch


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