Zwei weitere IPOs geplant 24.05.2015, 19:15 Uhr

Rocket Internet will mit Töchtern an die Börse

Nach den Börsengängen von Zalando und der eigenen Gruppe hat Rocket Internet offenbar Gefallen an IPOs gefunden: Angeblich stehen zwei weitere Firmen des Inkubators vor dem Börsengang.
(Quelle: RocketInternet )
E-Commerce-Dienste gehen an die Börse: Acht Monate nach dem eigenen Börsengang plant der Inkubator Rocket Internet offenbar weitere IPOs für Mitglieder des Firmenportfolios. Ein Kandidat soll die im September 2014 neu gegründete Global Fashion Group sein, in der Rocket Internet sein weltweites Geschäft mit Online-Modeshops bündelt, der andere Aspirant ist der Essenslieferdienst-Verbund Global Online Takeaway Group, die seit Februar 2015 besteht.
Die Planungen sind laut einem Bericht des Manager Magazins bereits angelaufen, wenn alles gut geht, könnten die Emissionen noch im Laufe dieses Jahres gestemmt werden. Spätestens 2016 sollen die IPOs aber in jedem Fall über die Bühne gehen.
In der Global Fashion Group bündelt Rocket Internet fünf internationale Ableger, die nach Zalando-Vorbild aufgebaut wurden: Dafiti aus Lateinamerika, Jabong in Indien, das russische Lamoda, Namshi im Nahen Osten und Zalora für Südostasien und Australien. Neben dem Berliner Inkubator der Samwer-Brüder, der Hauptanteilseigner der Gruppe ist, sind die schwedische Investmentgesellschaft Kinnevik, Tengelmann Ventures und Verlinvest an der Global Fashion Group beteiligt, die fast 10.000 Mitarbeiter in 27 Ländern beschäftigt.
Zur Global Online Takeaway Group, die im Zuge des Einstiegs von Rocket Internet bei Delivery Hero gegründet wurde, gehören neben dem Essensbringdienst auch Roja in Spanien, Pizzabo aus Italien sowie die Eigengründung Foodpanda. Über die 40-Prozent-Beteiligung an Delivery Hero ist die Gruppe ausserdem am kuwaitischen Anbieter Talabat und am türkischen Dienst Yemeksepeti, der kürzlich für 590 Millionen Euro übernommen wurde, beteiligt.
Die ersten Geschäftszahlen von Rocket Internet seit dem eigenen Börsengang im Oktober 2014 ergaben ein zwiespältiges Ergebnis. Demnach machte die Start-up-Holding der Samwer-Brüder im vergangenen Jahr zwar einen Umsatz von insgesamt 104 Millionen Euro, was im Vergleich zu 2013 einen Anstieg um rund 43 Prozent bedeute, teilte das Unternehmen mit . Doch neben dem Umsatz steht ein deutlicher Verlust in Höhe von 20,2 Millionen Euro. Grund dafür war laut Rocket Internet, dass 2014 keine Unternehmen verkauft - und damit Geld in die Kassen gespült - wurden. Man habe stattdessen zehn weitere Unternehmen auf den Markt gebracht und weiterhin in die Rocket-Plattform investiert.


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