Jeff Bezos investiert 15.09.2020, 06:10 Uhr

Amazon plant Ausbau des Geschäfts in Indien

Obwohl Amazon bereits in Indien operiert, will der Online-Seller sein Geschäft nun noch mehr auf den Subkontinent fokussieren. Dabei kann ihm die Teilübernahme vom grössten Retailer des Landes nützen.
Reliance Industries Ltd. ist der grösste Konzern Indiens.
(Quelle: shutterstock.com/rafapress)
Insgesamt ist der E-Commerce-Markt in Indien im internationalen Vergleich noch im Aufbau. Mit der gestiegenen Anzahl an Smartphone-Benutzer jedoch steigt auch der Anteil der Online-Käufer in dieser Region. Indiens Kaufkraft wächst und Konsumenten auf dem Subkontinent nutzen in den letzten Jahren vermehrt das Smartphone, um auch Einkäufe online zu tätigen.
Hier herrscht noch grosses Entwicklungspotenzial, weshalb Jeff Bezos hier gerne seinen Fuss vorab in der Tür haben möchte: Der auf E-Commerce spezialisierte Handelsgigant Amazon will seine Präsenz in Indien ausbauen und hat dafür Verhandlungen mit dem reichsten Mann Indiens aufgenommen: Mukesh Ambani, dem Besitzer von Reliance Industries.
Der indische Konzern Reliance Industries Ltd., der neben dem Handel auch in anderen Industriezweigen aktiv ist, besitzt 10.901 meist kleinere Geschäfte in Indien. Ein Teil davon soll laut Bloomberg-Quint bald mit Amazon verschmelzen.
Reliance ist das grösste Unternehmen Indiens und unterhält von Supermärkten über Bekleidungsläden bis Juwelieren eine Palette an Geschäften, in die sich Jeff Bezos Firma einkaufen will. Auch im Online-Handel ist der Konzern aktiv. Amazon macht sich das zunutze und erste Gespräche mit Reliance Industries hätten ergeben, dass Amazon für 20 Milliarden US-Dollar mit 40 Prozent im Unternehmen einsteigen könne.

Eine Win-Win-Situation

Mit diesem Deal könnten beide Riesen massiv profitieren. Reliance kann seinen E-Commerce-Sektor stärken, während Amazon Zugang zum indischen Markt erhält. Eine Win-Win-Situation für beide. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hat Ambani schon vorher grosse Anteile seiner Firma an ausländische Investoren verkauft, um seine Firma für die Zukunft und das Online-Geschäft aufzustellen.
Amazon könnte mit der Erweiterung seinem grössten Konkurrenten Alibaba gefährlich werden, der in Asien bekannter ist als Amazon. Auch Flipkart, Walmart-Tochter und populärer indischer Online-Händler, gilt als grosser Amazon-Konkurrent in Indien.
Amazon hat sich bisher zu dem Thema noch nicht geäussert, weil die Investment-Gespräche andauern und noch nicht sicher ist, wie gross das vermeintliche Investment am Ende ausfallen wird. 

Autor(in) Katrin Hofstetter


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