Bitkom-Umfrage 20.02.2020, 14:31 Uhr

Coronavirus: Viele ITK-Firmen fürchten konjunkturelle Eintrübung

Wegen der Coronavirus-Epidemie fürchten viele Unternehmen aus der IT- und Telekommunikationsbranche eine konjunkturelle Eintrübung; die Mehrheit allerdings hält die aktuelle Diskussion für übertrieben.
(Quelle: DOERS/Shutterstock )
Der Ausbruch und die Verbreitung des Coronavirus in China trifft auch in Deutschland viele Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche. Jedes Vierte (25 Prozent) erwartet negative Auswirkungen auf das eigene Geschäftsergebnis in 2020 und jedes Zweite (54 Prozent) sieht erhebliche Konjunkturrisiken für die deutsche Wirtschaft. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom, an der sich 80 Unternehmen der ITK-Branche beteiligt haben.
Demnach erwartet jedes zweite Unternehmen (50 Prozent), dass sich die Krise um die Epidemie und die damit verbundenen Folgen weiter zuspitzen. Drei von zehn (29 Prozent) gehen davon aus, dass das Coronavirus zu einer weltweiten Rezession führt. Ebenso viele (29 Prozent) sehen die Digitalbranche von den Auswirkungen des Coronavirus als stark betroffen.
„Das Coronavirus kann die Umsätze in der IT- und Telekommunikationsbranche belasten. Viele Unternehmen unterhalten Beziehungen zu Herstellern, Lieferanten und Kunden im asiatischen Raum“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Für die Unternehmen stehen Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter an erster Stelle, wie man auch an der Absage des Mobile World Congress in Barcelona ablesen kann. Dies hat zwangsläufig Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung.“
Jedes dritte der sich an der Umfrage beteiligenden Unternehmen (35 Prozent) hat Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten und Partnern, jedes vierte (23 Prozent) Kunden und jedes achte (13 Prozent) Niederlassungen in China. Mit monatlichen Einfuhren im Wert von durchschnittlich mehr als 2 Milliarden Euro ist China der mit Abstand wichtigste deutsche Handelspartner bei Produkten der IT und Telekommunikation. Gleichzeitig gehen pro Monat im Durchschnitt Exporte im Wert von etwa 150 Millionen Euro nach China.
Die Ausbreitung des Coronavirus führt in vielen Unternehmen zu Einschränkungen. Drei von zehn (30 Prozent) haben die Reisetätigkeit von Mitarbeitern nach China komplett eingestellt oder zumindest eingeschränkt. Jedes Dritte (34 Prozent) lässt seine Mitarbeiter gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt an Grossereignissen wie Messen teilnehmen. Allgemeine Reisebeschränkungen gibt es in jedem fünften Unternehmen (19 Prozent). Jedes Vierte (23 Prozent) empfängt keine oder kaum noch Zulieferungen aus China. 5 Prozent haben Zulieferungen aus anderen Drittländern komplett eingestellt oder eingeschränkt. Jedes Sechste (16 Prozent) hat die Produktion eingeschränkt, 3 Prozent haben diese sogar komplett eingestellt.

Allerdings: Die Sorgen werden nicht von allen Unternehmen geteilt. 55 Prozent hält die aktuelle Diskussion um das Coronavirus für hysterisch und übertrieben.


Das könnte Sie auch interessieren