Blaublütig 10.03.2017, 10:02 Uhr

Das U Ultra von HTC im Test

HTC hat mit dem U Ultra ein Smartphone vorgestellt, das in die Fussstapfen der populären One-Modelle treten soll. Ob das gelungen ist, zeigt unser Test.
(Quelle: HTC)
Es gibt viele technisch gute ­Smartphones, die aber vom Aussehen und den Materialien her beim ersten In-die-Hand-Nehmen keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Und dann gibt es diese Produkte mit dem „Wow-Effekt“. Ein solches hatte HTC mit seinem One vor vier Jahren geschaffen – der Metall-Unibody war damals in dieser erstklassigen Qualität etwas völlig Neues. Heute jedoch haben viele China-Smartphones für deutlich weniger Geld ähnliche Materialien zu bieten, also musste HTC etwas anderes einfallen.
Die neue U-Serie mit dem hier getesteten Flaggschiff U Ultra bringt mit einer Rückseite aus gehärtetem Glas nicht wirklich ein neues Material ins Spiel, doch erstmals ist es über Ränder gebogen und dank mehrerer Schichten in einem je nach Lichteinfall ständig anders erscheinenden, glänzenden Finish ausgeführt. Vor allem die tiefblaue Variante ist ein echter Hingucker, ausserdem gibt es das Smartphone noch in Schwarz und Weiss. Die Beschichtung verhindert dabei unschöne Finger­abdrücke nicht wirklich, zudem muss man aufpassen, dass das sehr glatte Gerät nicht ins Rutschen gerät.
Das grosse Gehäuse ist schön schlank, allerdings ragt die Linse der rückwärtigen Kamera ungeschützt etwa einen Millimeter heraus. Die geringe Höhe erreicht HTC auch durch den Verzicht auf einen 3,5-mm-Klinkenstecker für das Headset, das stattdessen über den USB-Type-C-Anschluss angesteuert wird. Ein passender Stereo-Hörer wird mitgeliefert, er nutzt zudem die integrierte USonic-Technologie, die den Klang auf das Ohr anpassen soll. Tatsächlich klingt der Sound über das Headset sehr gut und voll.

Display mit Anhängsel

Beim U Ultra geht HTC neue Wege in Sachen Material und Design.
(Quelle: HTC)
Eine Besonderheit des U Ultra ist das Display: Damit ist nicht der Hauptbildschirm gemeint, der auf üppigen 5,7 Zoll mit der sehr hohen Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten glänzt und einen sehr guten Eindruck hinterlässt, sondern die kleine Zusatzanzeige darüber. Dieses zwei Zoll grosse rechteckige Feld gab es schon einmal bei den V-Modellen von LG. Beim U Ultra werden Informationen und Nachrichten unabhängig vom Geschehen auf dem Hauptbildschirm gezeigt, so ­stören zum Beispiel keine Pop-ups für eingehende Nachrichten beim Spielen. Im ­Ruhemodus reicht ein Anheben des Smartphones, um das Zusatzdisplay zu aktivieren. Der Anwender kann durch ­Wischen die Inhalte wechseln. Leider gibt es noch wenig Möglichkeiten, die Anzeige zu individualisieren.
Als Prozessor verwendet HTC den nicht mehr ganz neuen Snapdragon 821, dessen vier Kerne mit 2,15 GHz getaktet sind. Im Antutu-Benchmark erreicht er mit 133.000 etwa den Score des iPhone 6s oder Samsung Galaxy S7, gehört also zu den schnelleren Smartphones. Dass es in der Realität kaum Verzögerungen gibt, wird aber wohl auch an den üppigen 4 GB Arbeitsspeicher liegen. Für diesen Prozessor typisch ist leider auch die deutlich spürbare Erwärmung.
Bei der Kamera setzt HTC nach einigen Experimenten wieder auf traditionelle Technologie und bietet eine Auflösung von 12 Megapixeln in Kombination mit einer grossen Blende mit f/1.8. Vor allem bei Gegenlicht hat diese Probleme, dafür bringt sie auch bei schwacher Ausleuchtung noch recht gute Ergebnisse. 

Guter Fingerprint-Sensor

Der Fingerabdrucksensor in der Menütaste unter dem Display arbeitet zuverlässig, bietet aber im Gegensatz zu einigen Konkurrenzmodellen keine weitere Funktionen ausser dem Entsperren. Der fest eingebaute Akku ist mit 3.000 mAh für ein Phablet durchschnittlich dimensioniert. Im normalen Betrieb hielt das Gerät knapp zwei Tage durch, was recht gut ist. Die Schnellladefunktion füllt den Akku in fast zwei Stunden wieder komplett.
Eigentlich sollte mit den neuen U-Modellen auch der Sense Companion starten. Diese Software soll anhand der Nutzungsmuster des Anwenders lernen, Empfehlungen und Erinnerungen für seinen Alltag zu geben. Doch der Start ist auf das zweite Quartal verschoben und wird dann per Software-Update nachgereicht.
Schon jetzt ist auf dem Smartphone die hauseigene Sense-Oberfläche als Ergänzung zu Android 7.0 installiert. Diese erleichtert die Bedienung aber nicht immer, zum Beispiel sind die Einstellungen zu den Newsfeeds für Anfänger recht schwierig zu konfigurieren.




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