Lichtschalter 13.08.2019, 14:05 Uhr

Test: Feller Smart Light Control für Philips Hue

Das grösste Problem bei der smarten Beleuchtung sind alte Gewohnheiten. Dem wirkt der Lichtschalter von Feller entgegen, doch der Preis ist hoch.
(Quelle: Brack )
«Aktuell 34.» Das wäre die Antwort auf die Frage, wie viele Hue-Leuchtmittel von Philips bei uns im Einsatz sind. Viel mehr geht auch nicht, weil uns die Fassungen ausgegangen sind. Aber es lohnt sich. Dabei macht die Automatisierung einen grossen Teil des Reizes aus: Zu bestimmten Zeiten gehen Lichter an, ändern ihre Farbe, schalten sich automatisch aus oder täuschen während den Ferien die Anwesenheit der Bewohner vor – und das im ganzen Haus, wenn das System flächendeckend eingesetzt wird. Philips Hue ist die pure Freude für technikaffine Zeitgenossen.

Das Problem mit den smarten Lichtern

Es gibt nur einen Fehler im System: alte Gewohnheiten. Wenn zum Beispiel jemand am Abend kurz ins dunkle Bad geht, drückt er zweimal den Lichtschalter, um das Licht manuell zu aktivieren. (Zuerst Strom aus, dann Strom ein, um die Lampe zu wecken – das kennt jeder Hue-Fan.) Beim Verlassen wird der Schalter noch einmal gedrückt, um das Licht wieder auszuschalten. Doch jetzt sind die Lampen ohne Strom und reagieren nicht mehr auf Apps und Schalter. Und das ist doof; damit die Automatismen weiterhin funktionieren, müssen die Leuchtmittel immer mit Strom versorgt werden – auch wenn sie gerade dunkel sind.

Radikale Lösung

Die einzige gangbare Lösung ist radikal. Wir haben die konventionellen, strategisch wichtigen Lichtschalter bei uns im Haus entfernt, sodass die Lampen ständig unter Strom stehen und auf den nächsten Befehl lauern. An deren Stelle sind drei neue Schalter getreten, die «Smart Light Control» von Feller. (Das ist jenes Unternehmen, das gefühlt die ganze Schweiz mit Lichtschaltern beliefert.) Entsprechend perfekt passt der Schalter in eine bestehende Installation. Und egal, welche Taste manuell gedrückt wird: Die Lampen bleiben unter Strom und ansprechbar – sie werden nur anders geschaltet. Mission erfüllt.
Der Feller-Schalter passt perfekt zum System – wenn er einmal befestigt ist
Quelle: NMGZ / ze

Der Schalter

Die Feller-Schalter könnten auch lose herumliegen oder mit dem beigefügten Klebeband an einer beliebigen Stelle befestigt werden, etwa an einem Fenster. Es ist völlig nebensächlich, wo das Teil hängt oder herumliegt. Wichtig ist nur, dass die Hue-Bridge Version 2 zum Einsatz kommt, also die rechteckige Ausführung.
Der Schalter benötigt weder eine Steckdose noch Batterien. Stattdessen wird der Strom für den Betrieb durch den «elektrodynamischen Energiegenerator» bereitgestellt. Er wandelt den Druck auf den Schalter in die nötige Energie um. Deshalb fühlen sich die Tasten ziemlich schwergängig an, der Widerstand ist fast schon lästig hoch. Doch das ist der Preis, der für den wartungsfreien Betrieb und die Flexibilität bezahlt werden muss. Ausserdem werden die Lampen bei uns – wie erwähnt – automatisch gesteuert und aktivieren sich zum Beispiel bei Sonnenuntergang, ohne dass jemand eine Taste drücken muss.
Insgesamt lassen sich die vier Segmente mit acht Funktionen bestücken, indem ein Segment entweder kurz gedrückt oder etwas länger festgehalten wird. Die Programmierung und die Möglichkeiten in der Hue-App finden Sie in dieser Bildstrecke:

Feller Smart Light Control für Philips Hue

Was zurzeit noch nicht funktioniert, ist die Steuerung von Zonen anstelle von Zimmern – also zum Beispiel «Wohnbereich» oder «Obergeschoss». Diese Funktion in der Hue-App wird jedoch von Philips selbst noch als Beta deklariert, sodass sich das irgendwann vermutlich ändern wird. Apropos App: Die Schalter lassen sich noch mit wesentlich komplexeren Lichtszenen bestücken, wenn eine App wie iConnectHue für iOS oder all 4 hue für Android hinzugezogen wird.

Montage: über dem Putz, unter allen Kanonen

Die Montage ist einfach für jedermann, ausser für Feller-Kunden. Denn der Schalter passt zwar perfekt in eine bestehende Feller-Montage – doch es ist nicht möglich, ihn dort zu befestigen. Dazu ist eine Klammer nötig. Deren Produktionskosten würde vermutlich im einstelligen Rappenbereich liegen; trotzdem hat sie es nicht in die Schachtel des 89 Franken teuren Schalters geschafft. Allein aus diesem Grund haben wir dann trotzdem den Elektriker aufgeboten, der mit dem zusätzlichen Material anrückte. Diese Kosten werden die Schalter weiter verteuern, die Rechnung ist noch ausstehend.
Eine solche Unterlassungssünde kann problemlos als Affront gegenüber den Feller-Käufern gewertet werden – denn die Passform innerhalb des Feller-Systems ist das einzige Alleinstellungsmerkmal. Alternative Schalter gibt es zuhauf und für viel weniger Geld, auch direkt von Philips. Praktisch jeder Schalter mit vier Tasten kann acht Funktionen ausführen, indem eine Taste gedrückt gehalten wird. Beim Philips Hue Dimmer Switch wird ausserdem eine praktische Magnethalterung mitgeliefert, die für Ordnung sorgt.
Es gibt mehr als einen Weg, die Hue-Installation zu steuern. Von links nach rechts: Bewegungsmelder mit Lichtsensor (ca. 36 Franken), Hue Tap ohne Batterie (ca. 59 Franken) und der Hue Dimmer Switch mit Batteriebetrieb (ca. 25 Franken)
Quelle: Philips

Fazit

Die alten Schalter müssen verschwinden, wenn ein nahtloses Hue-Erlebnis gewährleistet werden soll. Die Feller «Smart Light Control» ist die erste Wahl für bestehende Feller-Installationen. Darüber hinaus bietet der Schalter jedoch keine besonderen Vorteile; stattdessen werden die Käufer mit dem unvollständigen Lieferumfang verärgert.
Den Feller-Schalter erhalten Sie zum Beispiel bei brack.ch für 89 Franken.
Feller Smart Light Control für Philips Hue
Positiv: Perfekte Passform für bestehende Feller-Installationen, acht Funktionen, batterieloser Betrieb
Negativ: Hoher Tastenwiderstand, keine spezifischen Vorzüge, mit dem Lieferumfang ist keine Montage im Feller-System möglich, teuer
Details: Bis zu acht Funktionen, wartungsfrei, erhältlich in zwölf Farben
Strassenpreis: Fr. 89.–
Info: www.feller.ch


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