Master & Dynamic MW07 14.11.2018, 11:01 Uhr

Nobler Airpods-Konkurrent im Test

Der Hersteller Master & Dynamic hat mit dem MW07 einen True-Wireless-Kopfhörer vorgestellt, der trotz minimaler Abmessungen hohe Klangqualität liefern soll. Wir haben das 300 Euro teure Modell getestet.
(Quelle: Master & Dynamic)
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. So finden viele die Airpods, Apples True Wireless Headphones, "unbeschreiblich". Andere würden dagegen von „unbeschreiblich hässlich“ sprechen.
Deutlich weniger polarisieren da schon die neuen Kopfhörer des US-amerikanischen Herstellers Master & Dynamic. Das Modell MW07 kommt ebenfalls komplett ohne Kabel aus, beim Design orientierten sich die Entwickler aber eher an den Konkurrenzmodellen von Sennheiser, Jabra und Co. als an den Airpods. 
Unser Testmodell hatte ein braun marmoriertes Finish aus Acetat, drei weitere Farben sind verfügbar. Die Verarbeitung ist dem Preis angemessen – für rund 300 Euro darf man absolute Perfektion erwarten. Die Ohrteile (Earbuds) fühlen sich sehr hochwertig an, auch durch das Gewicht von je 9 Gramm. Die Eargels sind in verschiedenen Grössen enthalten und sollen so jedem Nutzer einen komfortablen und vor allem sicheren Halt garantieren. Im Test sassen die MW07 jedenfalls bombenfest, auch durch heftiges Headbangen konnten wir sie nicht aus den Ohren schütteln. 
Und damit kommen wir auch zum Wesentlichen, der Klangqualität. Die ist über jeden Zweifel erhaben, auch wenn die Kopfhörer aufgrund des sehr modischen Designs wohl weniger den Metal-Fan ansprechen dürften. Trotzdem liessen wir für einen ersten Test von Metallica  „One“ vom Album „… and justice for all“ laufen. Die remasterte Version kann mit deutlich besserer Stereoauflösung als das Original von 1988 aufwarten, besonders beim Intro mit dem Kriegslärm. Die Kopfhörer schaffen hier eine tolle Räumlichkeit und entwickeln beim später einsetzenden Bass einen überraschend hohen Druck. Dennoch wird die Stimme von Sänger James Hetfield nicht in den Hintergrund gedrängt, besonders gut zu hören im schnellen Teil ab Minute 4:38. 
Das Carry Case aus Edelstahl sieht hübsch aus, zieht aber Fingerabdrücke magisch an.
(Quelle: Master & Dynamic)
Eine echte Herausforderung für Kopfhörer jeder Art stellen indes Klassikstücke dar, wir suchten uns den Schwan aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint Saëns aus. Hier kann man mit dem MW07 sehr gut das Violoncello vor dem Hintergrund der Klavierbegleitung hören, gerade billige Kopfhörer produzieren dabei oftmals einen unschönen Klangbrei. Ein wesentliches Manko stellt jedoch das leichte Rauschen dar, das man beim Pausieren von Songs vernimmt. Das können andere Kopfhörer besser. 
Was die technischen Daten angeht, so verspricht der Hersteller eine Spielzeit von 3,5 Stunden, diese konnten wir nur bei sehr gemässigter Lautstärke erreichen. Dafür kann man die Ohrteile aber im mitgelieferten Carry Case mehrmals aufladen – auch wenn die angegebenen 3 zusätzlichen Ladezyklen nicht ganz zu erreichen waren. Das Case sieht durch die Metallic-Oberfläche sehr schön aus, ist allerdings auch enorm anfällig für Fingerabdrücke. 
Die Verbindung mit dem Smartphone erfolgt via Bluetooth 4.2 und je nach Smartphone auch mit dem HiFi-Codec aptX. Das ist zwar gut, aber längst Standard in dieser Preisklasse. Weshalb auf das neuere aptX HD verzichtet wurde, ist nicht ersichtlich. Die Bedienung erfolgt über physische Tasten an den beiden Ohrteilen, das klappte im Test reibungslos und vor allem besser als manche Touch-Lösung der Konkurrenz. 
Am Ende überzeugten uns die MW07 von Master & Dynamic. Der Klang ist sehr gut, ebenso die Verarbeitung. Kleinere Schwächen wie das fehlende aptX HD und das Rauschen im Standby-Betrieb sind auch trotz des Preises von 299 Euro akzeptabel.




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