Studien an der ZHAW 01.10.2019, 11:22 Uhr

Android-Apps tracken Benutzer in der Schweiz

Zwei Abschlussarbeiten an der ZHAW haben das Benutzer-Tracking der populärsten, kostenlosen Android-Apps in der Schweiz untersucht. Einige Smartphone-Progrämmchen weisen dabei über 20 der Mini-Spione auf.
Nur 7 Prozent der untersuchten Schweizer Android-Apps verzichten auf Tracker
(Quelle: ZHAW )
Nicht nur Webseiten verfolgen Besucher, um mehr über deren Verhalten zu erfahren. Auch die aufs Smartphone geladenen Apps verwenden sogenannte Tracker, um mehr Infos über die User zu erhalten. Wie gross das Ausmass des Benutzer-Tracking bei Android-Apps in der Schweiz ist, zeigen zwei aktuelle Abschlussarbeiten an der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), wie Nico Ebert, Dozent für Wirtschaftsinformatik, in einem Blog-Beitrag berichtet.
So hat Michael Schmid in seiner Masterarbeit 540 der in der Schweiz populärsten, kostenlosen Apps aus dem Google Play Store analysiert. Nur 7 Prozent der Progrämmchen verzichteten komplett auf das Tracking der Anwender. Somit verwenden 93 Prozent der untersuchten Smartphone-Apps mindestens einen Tracker. 10 Prozent der Programme verfügten sogar über 21 oder mehr Tracker (siehe Grafik).
Bei den Mini-Spionen greifen die App-Entwickler meistens auf Anwendungen von Dritten zurück. Diese stammen häufig von Google oder Facebook, wie Schmid aufzeigen konnte. So sind die drei verbreitetsten Tracker Google Firebase Analytics, Google Ads und Google DoubleClick (alle Alphabet-Konzern), gefolgt von den Trackern von Facebook (Login, Share und Analytics).
Welche Apps wieviele Tracker aufweisen und welche Tracker am häufigsten sind, hat Schmid in diesem PDF zusammengetragen.

Auch Bundes-nahe Apps tracken

Nicht nur die aus dem kommerziellen Umfeld stammenden Apps sammeln fleissig infos über ihre Nutzer. Auch Android-Programme mit Bezug zur Schweizer Bundesverwaltung verwenden Tracker, wie Yannik Böni in seiner Bachelorarbeit aufzeigt. Dazu zählen Apps, die direkt oder im Auftrag der Bundesverwaltung publiziert und/oder finanziell von der Bundesverwaltung unterstützt wurden. Spitzenreiter hier war die App «Die Volkswirtschaft» mit 6 Trackern. Auch Böni hat eine Liste der untersuchten Apps in einem PDF zusammengestellt.



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