24.01.2014, 00:00 Uhr

Tools überfordern Kommunikationsexperten - Studie zu Social-Media-Monitoring

Für die meisten Unternehmen und Agenturen ist der Einsatz von Tools zur Beobachtung sozialer Netzwerke mittlerweile selbstverständlich. Ein Fünftel allerdings verzichtet komplett auf dieses Mittel, wie eine aktuelle Studie ergab. Viele der Befragten fühlen sich ausserdem bei der Bedienung der Tools überfordert.
Die Mehrheit der Kommunikationsfachleute in Unternehmen und Agenturen, nämlich 80 Prozent, nutzen ein oder mehrere Social-Media-Monitoring-Tools. 20 Prozent verzichten dagegen komplett auf die Überwachung des Social Web. Das ergab eine Umfrage des Analysetools Talkwalker.

"Angesichts der anhaltenden Verlagerung von Marketing-Budgets in die Online- und Social-Media-Kommunikation ist es schon erstaunlich, dass ein Fünftel der Umfrageteilnehmer gleichsam im Blindflug unterwegs ist", wundert sich Talkwalker-Gründer Christophe Folschette. Dabei sei Social-Media-Monitoring  ein Schlüsselthema, etwa wenn es um das Reputationsmanagement oder die Auswertung des Erfolgs von Social-Media-Kommunikation gehe.

Die meisten vertrauen auf kostenpflichtige Angebote
Ein Grossteil der Umfrageteilnehmer, die solche Tools nutzen, setzt auf kostenpflichtige Angebote, 27 Prozent nutzen dagegen ausschliesslich Gratis-Werkzeuge. Fast die Hälfte der Befragten aus dieser Gruppe gab an, zwar gerne ein kostenpflichtiges Tool nutzen zu wollen, dafür aber kein Budget zu haben. 40 Prozent sind der Ansicht, dass ein kostenfreies Tool den Anforderungen genüge, knapp 17 Prozent gaben dagegen an, die Funktionen würden nicht ausreichen. 40 Prozent derjenigen, die Social-Monitoring-Tools verwenden, haben zudem Zweifel, dass ein Tool umfassend genug überwache. 27 Prozent nutzen daher mehr als ein Tool, um ihren Bedarf zu decken.

Gefragt nach den Gründen für den Einsatz solcher Tools gaben 69 Prozent an, damit Präsentationen vorbereiten zu wollen, 67,4 Prozent wollen wichtige Meinungsführer im Social Web ausfindig machen. 65,1 Prozent der Befragten ist es wichtig, den Erfolg von Kommunikationskampagnen zu dokumentieren; 62,8 Prozent hoffen darauf, kritische Themen rechtzeitig zu erkennen. Auch Anregungen für die Produktion von Inhalten oder für das Community-Management zu finden, wird als wichtiger Punkt genannt (58,1 Prozent). Die meisten Anwender nutzen ihre Werkzeuge regelmässig: 36 Prozent täglich, weitere 40,5 Prozent mehrmals pro Woche. 3,5 Prozent greifen dagegen nur einmal im Monat oder seltener darauf zurück.

Viele Tools sind zu kompliziert

Eine grosse Herausforderung für Monitoring-Anbieter ist die Bedienbarkeit. So sind die Umfrageteilnehmer ist der Ansicht, viele Tools seien zu kompliziert zu bedienen: 55 Prozent gaben an, man müsse ein Experte sein, um die Vorteile von Social Media Monitoring auszuschöpfen. Auch die Ergebnisberichte, die als Entscheidungsgrundlage für die Steuerung von Social-Media-Kampagnen dienen, halten 34 Prozent für nicht nachvollziehbar.
An der Online-Umfrage haben im November 2013 insgesamt 110 Kommunikationsexperten aus Agenturen und Unternehmen teilgenommen.

Social-Media-Monitoring dient als Frühwarnsystem, das Unternehmen vor Imageschäden bewahren soll, hat aber noch viele weitere Funktionen. INTERNET WORLD Business erklärt, wie Sie es richtig einsetzen. (ph/iw)



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