Google sammelt am meisten Daten 07.12.2017, 10:35 Uhr

79 Prozent aller Webseiten tracken Besucher

Eine Studie bringt es an den Tag: 79 Prozent aller Websites tracken die Surfer. Dabei landen die abgesaugten Daten meistens bei Google und Facebook.
(Quelle: cliqz)
Laut einer gemeinsamen Studie des Anbieters von Anti-Tracking-Software Ghostery und von Browser- und Suchmaschinentechnologie Cliqz sind weltweit auf 79 Prozent aller Websites (Unique Domains) Tracker vorhanden, die Daten über das Verhalten von Internetnutzern erfassen. Auf acht von zehn Websites werden Nutzer also durch dritte Unternehmen ausgespäht.
Von Google stammen gleich fünf der am weitesten verbreiteten Tracker.
(Quelle: Ghostery)
Am verbreitetsten sind der Studie zufolge die Tracking-Skripte von Google (60,3 Prozent der Seitenaufrufe) und Facebook (27,1 Prozent). Darüber hinaus identifizierte Ghostery Tausende weiterer Tracking-Skripte die ein Risiko für die Privatsphäre darstellen und die Ladezeiten von Websites verlängern. Auf den meisten Seiten sind gleich mehrere Tracking-Skripte aktiv. So erheben auf ungefähr zehn Prozent der Websites beziehungsweise bei 15 Prozent der Seitenaufrufe zehn oder mehr Unternehmen (Unique Tracking Domains) Daten.
  • Nutzer in den USA, in Grossbritannien und Russland sind mehr Trackern pro Website ausgesetzt als der weltweite Durchschnitt; Nutzer in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich und Indien werden dagegen unterdurchschnittlich intensiv getrackt.
  • Die allermeisten Betreiber von Tracking-Skripten sind Unternehmen aus der Werbebranche. Die starke Vernetzung innerhalb dieser Branche führt dazu, dass mit dem Laden einer Anzeige oftmals gleich mehrere Tracker ins Spiel kommen.
  • Die meisten der grossen Betreiber von Tracking-Skripten sind US-amerikanische Unternehmen, mit weltweiter Reichweite.
"Das Ausführen von Tracking-Skripten belastet Rechen- sowie Netzwerkressourcen und stellt ein erhebliches Risiko für die Privatsphäre dar - zumal oftmals völlig unklar ist, welche Daten erfasst und mit wem sie geteilt werden", so Jeremy Tillman, Produkteverantwortlicher bei Ghostery. "Kein Wunder, dass sich immer mehr User mit Werkzeugen wie Ghostery wehren. Sie erfahren, wer sie trackt und können die Skripte einfach abschalten."
Die Studie "Tracking the Trackers: Analysing the global tracking landscape with GhostRank" ist laut der Studienautoren die bislang grösste ihrer Art. Untersucht wurden 440 Millionen Seitenaufrufe von 850.000 anonymen Internetnutzern. Die Statistiken wurden im Mai 2017 mithilfe der Ghosterank-Funktion erhoben, die Teil der Ghostery-Browsererweiterung für Chrome, Edge, Firefox und Opera sowie der Ghostery-Apps für iOS und Android ist.




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