02.11.2012, 00:00 Uhr
Schweizer Jugendlichen mit mehr Interesse an Ingenieurwissenschaften
Die Zahl der jungen Frauen und Männer, die sich für ein ingenieurwissenschaftliches Studium entscheiden, hat sich in den letzten fünf Jahren deutlich erhöht. Dies zeigt der diesjährige Bericht "Ingenieur-Nachwuchs Schweiz" von IngCH Engineers Shape our Future zur Entwicklung des Ingenieur-Angebots in der Schweiz. Eine Baustelle sei der nach wie vor tiefe Frauenanteil in einigen klassischen Ingenieur-Fächern, wie am Freitag informiert wurde.
2011 haben an den Schweizer universitären Hochschulen rund 2'800 Personen ein Studium der Ingenieurwissenschaften begonnen ? 35 % mehr als noch vor fünf Jahren. Im Vergleich zum Durchschnitt aller Fachbereichsgruppen (+14 %) entwickelten sich die Ingenieurwissenschaften überdurchschnittlich. Auch an den Fachhochschulen stiegen die Studieneintritte mit +27 % beträchtlich an. An den universitären Hochschulen verzeichneten die Fachrichtungen Bauingenieurwesen, Informatik und Maschineningenieurwesen grosse Zuwächse, an den Fachhochschulen stach der Fachbereich Architektur, Bau- und Planungswesen hervor. Von den Anstiegen nicht profitieren konnten das Elektroingenieurwesen bzw. die Elektrotechnik: hier sank die Anzahl Eintritte an beiden Hochschultypen.
Abschlüsse legen moderat zu
Die Anzahl Abschlüsse auf Niveau Master/Diplom nahm an den universitären Hochschulen zwischen 2006 und 2011 um 15 % auf über 1'500 zu. Die Fachhochschulen vergaben 2011 mit gut 2'800 2 % mehr Bachelor bzw. Diplome als 2006. Der Anstieg der Abschlüsse fiel somit im Vergleich zu den Studieneintritten moderat aus. Durch die zeitliche Verzögerung zu den stark gestiegenen Studieneintritten ist in den nächsten Jahren aber mit deutlich mehr Absolvierenden zu rechnen.
Zukünftig mehr Abschlüsse dank BildungsausländerInnen
Der Trend zeigt bis 2020 nach oben: Zwar nimmt die 20-jährige Bevölkerung in der Schweiz ab 2012 ab, was sich in weniger Maturitäten und Bachelor-Studierenden niederschlagen wird. Dem Arbeitsmarkt werden trotzdem mehr Ingenieurinnen und Ingenieure zur Verfügung stehen, wie das Bundesamt für Statistik prognostiziert: Da mehr Studierende vom Bachelor- ins Masterstudium übertreten und der Zuzug von Studierenden mit ausländischen Bachelor zunimmt, steigen die Studieneintritte auf Masterstufe und die Masterabschlüsse bis 2020 kräftig.
Frauenanteil erhöht sich insgesamt, stagniert aber in klassischen Ingenieurfächern
Frauen sind in den Ingenieurwissenschaften nach wie vor unterrepräsentiert. Aber es tut sich etwas: In den letzten fünf Jahren stieg der Frauenanteil an den Studieneintritten an universitären Hochschulen auf 26.6 %, an Fachhochschulen auf 18.1%. Von den Abschlüssen entfielen 24.1 % bzw. 16.9 % auf Frauen. So positiv diese Zahlen sind ? in den grossen, klassischen Ingenieurfächern wie dem Maschinen- und Elektroingenieurwesen und in der Informatik sind die Frauenanteile unverändert tief und sanken im Jahr 2011 sogar. Die von IngCH seit 1999 publizierte und von Rütter + Partner realisierte Studie kann auf der Homepage von IngCH www.ingch.ch unter ?News/Publikationen? abgerufen werden. (ph)
Siehe auch: IngCH feiert 25 Jahre Ingenieurnachwuchsförderung