20.09.2012, 00:00 Uhr

INSIEME: ICTswitzerland fordert Aussprache und zweistufiges Ausschreibungsverfahren

Der Abbruch des Informatikprojektes INSIEME ist für den Bund und speziell für die Umsetzung der nationalen E-Government-Strategie ein herber Rückschlag. Zahlreiche veraltete Applikationen und Schnittstellen in der Steuerverwaltung bleiben somit weiterhin in Betrieb. Bezüglich Entwicklung der Verwaltung in Richtung der E-Government-Strategie des Bundes stehen wir wieder auf Feld eins. Dies stellt dem Innovationsstandort Schweiz ein schlechtes Zeugnis aus, wie der Verband ICTswitzerland am Donnerstagnachmittag informierte.

Der Abbruch von INSIEME verdeutliche, dass das Beschaffungswesen des Bundes gescheitert ist. Anstatt Lösungen und Produkte würden vom Bund vor allem immer mehr externe Spezialisten mandatiert. Die ICT-Branche fordere eine grundsätzliche Neubeurteilung des heutigen Beschaffungswesens des Bundes sowie eine Aussprache mit dem Bund über das weitere Vorgehen betreffend ICT-Beschaffungsprojekte. Die ICT-Branche fordert seit Jahren ein zweistufiges Ausschreibungsverfahren, wie es etwa im Baubereich gilt und in der Privatwirtschaft üblich ist. Zusammen mit einer verbesserten Aus- und Weiterbildung der für die Ausschreibungen beauftragten Mitarbeiter wäre damit sichergestellt, dass Lösungen und nicht Arbeitsstunden angeboten werden.

Die vom Bund getroffenen Massnahmen gehen nach Ansicht von ICTswitzerland in die falsche Richtung. Werden Projekte nicht richtig ausgeschrieben, nützt auch die Einführung von Qualitätskontrollen nichts. Ein schlechtes Produkt bleibt ein schlechtes Produkt, auch wenn es jeden Tag erneut auf seine Qualität überprüft wird. (ph) http://www.ictswitzerland.ch

Siehe auch: Informatikprojekt INSIEME der ESTV wird abgebrochen, Freistellung nach Administrativuntersuchung zu Beschaffungsprozessen im Projekt INSIEME



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