11.03.2013, 00:00 Uhr

Grossräte befürworten Open-Justitia-Einsatz im Kanton Bern

Der Kanton Bern führt die Gerichtssoftware Open-Justitia ein, die Open-Source-Lösung des Schweizerischen Bundesgerichts. SP-Grossrätin Giovanna Battagliero und EVP-Grossrat Marc Jost befürworten diese Strategie und planen einen überparteilichen Vorstoss.
Wie der Bund vom 9. März 2013 publik machte, führt der Kanton Bern zurzeit die Open-Source-Lösung Open Justitia des Bundesgerichts ein. Laut Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) spart der Kanton Bern damit über 200'000 Franken Anschaffungskosten und jährlich wiederkehrende Lizenzkosten von 75'000 Franken. Gegen diesen Entscheid protestiert die Berner Firma Weblaw, die sich erfolglos darum bemüht hat, dem Kanton ihre eigene, proprietäre Software-Lösung zu verkaufen.

SP-Grossrätin Giovanna Battagliero unterstützt das Vorgehen des Regierungsrats: ?Mit dem Einsatz von Open Justitia spart der Kanton Bern hunderttausende Franken Steuergelder. Das Open-Source-Entwicklungsmodell ist bestens geeignet, dass Behörden gemeinsam Software entwickeln und damit Informatikausgaben senken.?
Auch für EVP-Grossrat Marc Jost macht es Sinn, wenn Verwaltungsstellen Kosten für Fachanwendungen teilen: ?Wenn öffentliche Stellen mehr zusammenarbeiten und ihre Informatikmittel koordiniert einsetzen würden, könnte viel Geld gespart werden. Ich befürworte deshalb die gemeinsame Entwicklung von Fachapplikationen von Behörden.?

Battagliero und Jost haben für die kommende Grossratssession ab 18. März 2013 einen überparteilichen Vorstoss angekündigt. Der Kanton Bern, vor allem dessen Amt für Informatik und Organisation (KAIO) sowie die vollständig im Besitz des Kantons Bern befindliche Aktiengesellschaft Bedag sollen zukünftig im Informatikbereich verstärkt mit anderen Behörden zusammenarbeiten. Durch bessere Koordination und Kooperation sollen öffentliche Stellen auf allen föderalen Ebenen gemeinsame Softwarelösungen aufbauen und weiterentwickeln. (jb)
 
Weitere Informationen: www.ch-open.ch



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