03.05.2013, 00:00 Uhr

Googles Steuerpraktiken in Grossbritannien unter der Lupe

Das britische Parlament untersucht erneut die Steuerpraxis von Google. Der Vorwurf: Die UK-Tochter des Internetkonzerns soll selbst Onlineanzeigen an Kunden in Grossbritannien verkauft, aber nicht ordnungsgemäss gemeldet haben.
Schon seit längerem steht Google aufgrund der niedrigen Steuerzahlungen in Grossbritannien im Visier der britischen Steuerfahnder. Nach Angaben des konservativen Abgeordneten Charlie Elphicke zahlte Google 2011 nur 3,4 Millionen Pfund (rund 4,2 Millionen Euro) Steuern - der Umsatz betrug in dem Jahr in Grossbritannien rund 2,5 Milliarden Pfund (rund 3,0 Milliarden Euro). Jetzt scheint sich der Konzern erneut für seine Steuerpraktiken verantworten zu müssen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben Recherchen Unregelmässigkeiten in Bezug auf Googles Darstellung seiner Steuerabgaben in Grossbritannien aufgedeckt. Der Vorwurf: Offenbar hat der Internetkonzern selbst Anzeigen an britische Kunden verkauft, diese aber nicht ordnungsgemäss versteuert, erklärt Margaret Hodge, Vorsitzende des zuständigen Parlamentsausschusses. Nun müssten sich die verantwortlichen Manager bei dem Suchmaschinen-Betreiber sowie bei den Wirtschaftsprüfern Ernst & Young vor dem Ausschuss äussern.

Google selbst betont, alle Geschäft mit britischen Kunden von der irischen Hauptstadt Dublin aus zu tätigen. Erst im April dieses Jahres rechtfertigte Google-Chef Eric Schmidt gegenüber der BBC niedrigen Steuerzahlungen in Grossbritannien und erklärte, sein Unternehmen spiele schliesslich eine "Schlüsselrolle" bei der Entwicklung des Internethandels und sorge so für "viel Wirtschaftswachstum" in Grossbritannien. Google habe sich stets an die Gesetze gehalten, zitiert Yahoo Nachrichten Schmidt. Die Kritiker von Google sollten einen umfassenden Blick auf den wirtschaftlichen Beitrag seines Unternehmens werfen, forderte der Google-Chef weiter: Sein Unternehmen investiere "stark" in Grossbritannien und ermögliche die Gründung junger Unternehmen im Wert von vielen Millionen Pfund."Das wichtigste, was es über unsere Steuern zu sagen gibt, ist, dass wir vollkommen im Rahmen der Gesetze handeln." (ph/iw)



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