20.05.2010, 00:00 Uhr

Digitale Magazine auf dem iPad - wirklich ein Erfolgsgeschäft?

Viele Verlage sehen im iPad neue Geschäftsmöglichkeiten. Die ersten Erfahrungen sind allerdings ernüchtern. "Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit dem iPad die Verlagsindustrie rettet." So euphorisch äusserte sich Springer-Chef Matthias Döpfner in einem Interview zur Situation der Verlage im digitalen Zeitalter. Denn die Verlage haben mit dem Medienwechsel besonders zu kämpfen, bislang gibt es so gut wie keine realistischen Erlösmodelle für digitale Inhalte. Mit dem iPad, so hofft nicht nur Döpfner, wird sich das ändern. Denn hier lassen sich etwa komplette Zeitungen und Magazine für kleines Geld als App und als Abo über In-App-Käufe anbieten. So liesse sich vielleicht endlich ein tragfähiges Finanzierungsmodell für digitale, journalistische Inhalte schaffen.
Zum Start des iPads waren denn auch die grossen US-Verlage mit eigenen Applikationen dabei - und nicht nur die. Auch der Springer-Verlag präsentierte pünktlich zum Markstart in den USA sein "iKiosk", über das man die Tageszeitung "Die Welt" in der Druckfassung aufs iPad holen kann. Derzeit noch kostenlos, aber in Zukunft möchte Springer damit natürlich auch Geld verdienen. Doch ob das wirklich funktioniert, erscheint aktuell ein wenig zweifelhaft. Denn nun wurden die ersten Zahlen bekannt - und die stimmen nicht wirklich hoffnungsfroh. 
So hat Conde Nast von seiner GQ-App in einer Woche gerade einmal 365 Kopien verkauft und damit karge 1.091,35 US-Dollar eingenommen. Bei Conde Nast gibt man sich dennoch trotzig hoffnungsvoll. Denn diese rund 1100 US-Dollar seien Reingewinn, das Angebot der App würde den Verlag keinen Cent Mehrkosten verursachen. Schliesslich wurde der Inhalt ja bereits für das gedruckte Heft digital produziert - und ob die Daten in die Druckerei wandern oder via App heruntergeladen werden, spielt keine Rolle. Zudem erhofft man sich durch das iPad steigende Anzeigenerlöse. Es ist natürlich noch zu früh, um den Markt beurteilen zu können. So viel aber scheint sicher: Man sollte sich von einer Magazin-App vorerst nicht zu viel versprechen. (ph/appsco)



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