08.03.2012, 00:00 Uhr

Deutsche Telekom-Forscher knacken Übertragungsrekord mit 512 Gbit/s in einer Glasfaser

Forschern der Telekom Innovation Laboratories (T-Labs) ist es erstmals gelungen, eine 512 Gbit/s Übertragung über einen Wellenlängenkanal in einer Glasfaser zu realisieren. Dies entspricht einer Nutzbitrate von 400 Gbit/s oder der Übertragung von gleichzeitig 77 Musik-CDs. Während die Messlatte für Glasfaser-Übertragungen im Labor höher liegt, konnte dieser Rekord im realen Einsatz im Glasfaser-Netz der Telekom auf der Strecke von 734 km von Berlin nach Hannover und zurück mit Lichtgeschwindigkeit erreicht werden.

Glasfasernetze bilden das Rückgrat der Datennetze (Backbone) und bewältigen den gewaltigen Datentransport zwischen Verkehrsknoten. Die maximale Bitrate in den Backbone-Netzen liegt heute bei 100 Gbit/s je Kanal. Werden alle Kanäle einer Glasfaser genutzt, vergleichbar einer vierspurigen Autobahn, können mit dem neuen Verfahren auf den maximal verfügbaren 48 Kanälen (vergleichbar 48 Fahrspuren) der Daten-Highways bis zu. 24,6 Tbit/s (24?600?000?000?000 bit/s) übertragen werden. Damit lässt sich eine Sammlung von 3?696 CDs gleichzeitig über eine Glasfaser dünner als ein Menschenhaar übertragen. Vorhandene Netze schaffen unter Einsatz des neuen Verfahrens die doppelte Übertragungsleistung. Lediglich ein Austausch der Technik in den Endstellen ist erforderlich.

Für Techniker:
Im Telekom Forschungsprojekt OSIRIS (Optically Supported IP Router Interfaces) wurde die Übertragung von 512 Gbit/s (Nutzbitrate 400 Gbit/s) über einen 100 GHz Wellenlängenkanal über 734 km realisiert, womit erstmals eine Spektrale Empfindlichkeit von 5 Bit/s/Hz im Netz der Deutschen Telekom demonstriert werden konnte.

Diese enorme Übertragungsleistung wurde durch den Einsatz innovativer Übertragungstechniken mit zwei Trägerfrequenzen, zwei Polarisationsebenen und 16-QAM Quadratur-Amplituden-Modulation sowie digitaler offline Signalverarbeitung für die Entzerrung von Fasereinflüssen und mit Soft-FEC Forward-Error-Correction Dekodierung im Empfänger erreicht. Die WDM Übertragungsstrecke umfasste insgesamt 14 Standard-Single Mode-Faserabschnitte mit Dispersionskompensation, die für die benachbarten konventionellen 10 Gbit/s Kanäle notwendig war.

Die hohen optischen Eingangsleistungen der konventionellen 10 Gbit/s Kanäle sowie die Dispersionskompensation in den Faserabschnitten stört die innovative Übertragungstechnik aufgrund von Nichtlinearitäten u.a. Selbst-Phasen-Modulation durch die höhere Eingangsleistung und Kreuz-Phasen-Modulation durch die benachbarten Kanäle. Trotz dieser Worst-Case-Bedingungen konnte die gleichzeitige Übertragung des innovativen Höchstgeschwindigkeitssignals in einem bestehenden System mit konventionellen 10 Gbit/s Signalen in benachbarten Kanälen demonstriert werden. (ph) www.laboratories.telekom.com



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